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Lindner fordert höheres Renteneintrittsalter und Anreize für längeres Arbeiten

In der Debatte um das Rentenpaket II hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch ein späteres Renteneintrittsalter und mehr finanzielle Anreize für längeres Arbeiten gefordert. (STEFANIE LOOS)
In der Debatte um das Rentenpaket II hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch ein späteres Renteneintrittsalter und mehr finanzielle Anreize für längeres Arbeiten gefordert. (STEFANIE LOOS)

In der Debatte um das Rentenpaket II hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch ein späteres Renteneintrittsalter und mehr finanzielle Anreize für längeres Arbeiten gefordert. "Bei der Rente ist offensichtlich, dass wir die Lebensarbeitszeit verlängern müssen, idealerweise durch einen individuellen Renteneinstieg und finanzielle Anreize für längeres Arbeiten", sagte Lindner der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Lindner hatte Anfang März gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) das zweiteilige Gesetzespaket vorgestellt: Mit dem "Mindestrentenniveau" soll dauerhaft garantiert werden, dass die jährlichen Rentenerhöhungen auch dann nicht geringer ausfallen als der Anstieg der Löhne, wenn steigende Rentnerzahlen die Beitragszahler belasten. Zugleich soll ein "Generationenkapital" aufgebaut werden und durch Aktienanlage zur Finanzierung der Mehrausgaben beitragen. Aus der FDP gab es allerdings grundlegende Einwände gegen das Rentenreformpaket, da dieses nicht ausreichend sei.

Auf die Frage, warum er dem Rentenpaket II zugestimmt habe, sagte Lindner der "Rheinischen Post": "Weil ich davon ausgehe, dass spätestens in der nächsten Wahlperiode des Bundestages die Reformfragen beantwortet werden, die jetzt noch nicht angegangen werden konnten. Die Beiträge würden sich in den 2030-er Jahren nur erhöhen, wenn wir nicht gegensteuern. Dazu gehören individueller Renteneintritt, Anreize für längeres Arbeiten statt Rente mit 63 und die Stärkung der Kapitaldeckung durch das Generationenkapital", erklärte der Finanzminister.

Die Regierung geht davon aus, dass das Mindestrentenniveau im kommenden Jahrzehnt zu Mehrausgaben von jährlich 30 bis 40 Milliarden Euro für die Rentenversicherung führt. Das derzeit geplante Generationenkapital könnte ihren Prognosen zufolge etwa ein Viertel auffangen. Um freiwilliges längeres Arbeiten im Alter attraktiver zu machen, diskutiert die Ampelkoalition finanzielle Anreize, etwa die Freistellung älterer Arbeitnehmer von Sozialbeiträgen.

kbh