Lindner startet Parteitagsrede auf chinesisch

FDP-Chef Lindner auf dem Parteitag in Berlin

Ungewohnte Töne aus dem Mund von Christian Lindner: Der FDP-Vorsitzende hat seine Rede auf dem Parteitag der Liberalen in Berlin am Freitag auf chinesisch begonnen. Von einem Zettel las er einige Zeilen ab und übersetzte anschließend: "Die Gesellschaft und die Wirtschaft ändern sich beständig. Wir müssen mit den Zeiten Schritt halten."

"Nach Lage der Dinge" würden "unsere Kinder" künftig neben Englisch auch Chinesisch lernen müssen, sagte Lindner mit Blick auf den wachsenden weltweiten Einfluss Chinas. Er habe einen "Selbstversuch gestartet" und könne daher nun sagen: "Diese Sprache ist ein Brocken." Daher solle "alles" dafür getan werden, "dass es sich für die Chinesen auch weiterhin lohnt, Deutsch und Englisch zu sprechen".

China sei dabei, ein "globaler Hegemon" zu werden, und verfolge seine Ziele "strategisch, zielgerichtet und bisweilen auch aggressiv", urteilte Lindner. Er sage dies nicht, "um Angst vor dem gelben Mann zu machen", sagte er, was einiges Geraune im Saal hervorrief. Vielmehr gehe es ihm darum, das "Stadium der Bequemlichkeit" zu verlassen. "Wenn wir nicht wieder beginnen, Wirtschaftspolitik zu machen, werden es andere für uns tun", warnte Lindner.