Linke: Stromsperren in Haushalten mit Kindern müssen verboten werden

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Verschmutzte Steckdosen (AFP/Bernd Lauter)

Die Linke fordert einen großzügigeren Umgang mit Menschen, die bei der Strom- oder Gasrechnung in Verzug geraten sind. "Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass sich die Zahl der Strom- und Gassperren mit erweiterten Stundungsregelungen spürbar verringern lässt", sagte Linke-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler am Samstag den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Daraus sollte die Bundesregierung lernen und sofort dauerhaft die Voraussetzungen für Sperrungen verschärfen."

Schindler schlug als ein Möglichkeit vor, "ein halbes Jahr Verzug bei einem Schuld-Betrag in der Höhe der Abschläge eines Quartals" zu tolerieren. "Stromsperren für Haushalte mit Kindern müssen auf jeden Fall sofort verboten werden", betonte er. "Kinder können nichts für die finanziellen Schwierigkeiten ihrer Eltern."

Grundsätzlich strebe die Linke ein komplettes Verbot von Strom- und Gassperren an, fügte Schindler hinzu. Strom gehöre zur Grundversorgung und dürfe keinem Menschen vollständig vorenthalten werden. "Energiearmut in einem reichen Land ist ein nicht hinnehmbarer Missstand."

Dem RND-Bericht zufolge stellten die Energieversorger im vergangenen Jahr rund 230.000 Verbrauchern in Deutschland wegen unbezahlter Rechnungen den Strom ab. Das seien fast 20 Prozent weniger Fälle als 2019. Die Zeitungen beriefen sich auf neue Zahlen von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Die Gaszufuhr wurde demnach 24.000 Haushalten gesperrt, gut 22 Prozent weniger als 2019.

cne/jes

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