Linskpartei ist stolz auf Merkels Ukraine-Diplomatie

Merkel und Poroschenko bei Verhandlungen in Minsk

Die Linkspartei hat die Krisendiplomatie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Ukraine-Konflikt gelobt. "Sie hat deeskaliert, sie war eine Stimme der Vernunft", sagte Linken-Fraktionsvize Dietmar Bartsch im SWR. "Da können wir auch ausnahmsweise 'mal gemeinsam stolz auf die Kanzlerin sein." Bartsch hob besonders den Widerstand Merkels gegen Waffenlieferungen der USA an die Ukraine hervor.

Auch Fraktionschef Gregor Gysi fand lobende Worte für die diplomatischen Bemühungen der Christdemokratin. "Wenn sie das schafft, dann werde ich sie durchaus 'mal mit einem Satz würdigen", sagte Gysi auf MDR Info. "Das fällt mir nicht so schwer."

Die Linken-Politiker machten klar, dass eine Friedenslösung für die Ukraine ihrer Ansicht nach Zeit brauche. Es wäre falsch, nun sofort "'rumzumeckern, wenn was nicht klappt", sagte Bartsch. "Es ist eine Tür vorsichtig geöffnet worden - jetzt muss man durchgehen."

Gysi sagte, die Schwierigkeit bei einem Militärkonflikt sei, dass normalerweise jene Seite keinen Waffenstillstand wolle, die sich überlegen fühle. "Militärisch ist das Ganze auf gar keinen Fall zu lösen", sagte er.

Merkel verhandelt seit Mittwochabend mit den Präsidenten Russlands, der Ukraine und Frankreichs in Minsk über eine Lösung für den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine.