Überraschung in Frankreich: Linke Volksfront schlägt Rechtsextreme - Brandmauer hält

Überraschung in Frankreich: Linke Volksfront schlägt Rechtsextreme - Brandmauer hält

In den Hochrechnungen des Meinungsforschungsinstituts IPSOS - veröffentlicht vom TV-Sender F2 - stürzt die rechtsextreme Partei Rassemblement National im Vergleich zur ersten Runde ab. Die linke Volksfront sollte an die 200 Sitze im Parlament erreichen und die stärkste politische Kraft werden. Allerdings kommt kein Parteienbündnis auf die absolute Mehrheit der Abgeordneten. Zur Volksfront hatten sich Linke, Sozialisten, Grüne und Kommunisten im Kampf gegen die extreme Rechte zusammengeschlossen und eine Brandmauer mit der Macron-Partei gebildet.

Die Regierungspartei von Präsident Emmanuel Macron kommt auf den zweiten Platz hinter der Volksfront und vor der rechtsextremen Le-Pen-Partei.

Nach der Parlamentsauflösung musste der Präsident fürchten, dass seine eigene Partei extrem geschwächt und die extreme Rechte von Marine Le Pen sowie die linke Volksfront gestärkt aus dem Urnengang hervorgehen. Am Ende ging es für Macron glimpflicher aus, als noch vor einigen Tagen befürchtet. Viele Menschen in ländlichen Regionen fühlen sich allerdings weiter "abgehängt" und von der Macron Regierung im Stich gelassen - und haben deshalb für die Le-Pen-Partei gestimmt.

Schwierige Regierungsbildung

Eine Regierungsbildung dürfte sich schwierig gestalten, da die Positionen der linken Volksfront besonders in Sachen Wirtschafts-, Sozial- und Klimapolitik weit von den Ideen der Macron-Partei entfernt sind.

Der aktuelle Premierminister Gabriel Attal hat angekündigt, an diesem Montag seinen Rücktritt beim Präsidenten einzureichen. Er machte auch deutlich, dass er persönlich keine Neuwahlen gewollt hatte und distanzierte sich damit von Emmanuel Macron. Attal bot allerdings auch an, die Regierungsgeschäfte in der Übergangszeit und während der Olympischen Spiele, die am 26. Juli beginnen, weiterzuführen.

Trotz der Sommerferien war die Wahlbeteiligung an diesem Sonntag hoch. Laut Meinungsforschungsinstitut IPSOS haben 67,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

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