"Liveclub" von Bayern 3: Rea Garvey erlaubt sich keine Corona-Angst

(wag/spot)
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Rea Garvey rockte am Freitag (30. Oktober) die Bühne im Münchner Werksviertel-Mitte. (Bild: BR/Ivana Bilz)
Rea Garvey rockte am Freitag (30. Oktober) die Bühne im Münchner Werksviertel-Mitte. (Bild: BR/Ivana Bilz)

Eine atemberaubende Aussicht über die hell erleuchtete bayerische Landeshauptstadt begleitet vom Live-Gesang des irischen Musikers Rea Garvey (47, "Oh My Love"). In diesen besonderen Genuss kamen am Freitagabend (30. Oktober) in München knapp 50 Musikfans beim "Liveclub" von Bayern 3. Der Radiosender hatte zum ersten Riesenrad-Konzert des Bundeslandes geladen, die Tickets gab es zu gewinnen. Der Nachrichtenagentur spot on news erzählte Rea Garvey vor der Show, ob er Bedenken hatte, trotz steigender Corona-Infektionszahlen vor Publikum aufzutreten, und weshalb er im Vorfeld ungewohnt nervös war.

Rea Garveys "Lieblings-Gig des Jahres 2020" ist auch sein einziger

"Ich habe ein gewisses Vertrauen ins Leben, sodass ich mir keine Angst vor Corona erlaube", erklärte der 47-jährige Ire, der in München direkt vor dem "Umadum" auftrat, dem größten mobilen Riesenrad der Welt. Deshalb hatte er keine Bedenken vor der Veranstaltung, obwohl sie nur wenige Tage vor dem bundesweiten Teil-Lockdown stattfand, der ab 2. November beginnt. "Ich will positiv nach vorne schauen", so der Musiker.

Bei der einzigartigen Show kamen jeweils vier Besucher in den einzelnen Gondeln mithilfe von Innenlautsprechern in den Genuss von Garveys musikalischem Talent. Es war das einzige Konzert, das er dieses Jahr aufgrund der Pandemie überhaupt spielte. "Ich bin dadurch ziemlich nervös", gab der Rocker zu. Er und seine Band seien mittlerweile "überprobt", sie hätten sich monatelang immer wieder auf Auftritte vorbereitet, die schlussendlich nie stattfanden.

Kein Wunder also, dass der ehemalige Frontmann der Band Reamonn sich über seinen knapp 60-minütigen "Lieblings-Gig des Jahres 2020" besonders freute und auch während der Show zu Scherzen aufgelegt war. Einmal verkündete er, in einer der 27 Gondeln seien "2,4 Millionen Euro versteckt", ein anderes Mal bot er einem Teil seines Publikums an, mit ihm im Bus zurück nach Berlin zu fahren - das Gefährt sei groß genug.

Durchführbarkeit war nach den Lockdown-Beschlüssen unklar

Die Zuschauer des Konzerts drehten in Kleingruppen innerhalb der Gondeln des "Umadum" ihre Runden. (Bild: BR/Ivana Bilz)
Die Zuschauer des Konzerts drehten in Kleingruppen innerhalb der Gondeln des "Umadum" ihre Runden. (Bild: BR/Ivana Bilz)


Bei der Planung des Live-Events hatten die Organisatoren von Bayern 3 gemeinsam mit der Abteilung Veranstaltungssicherheit des Bayerischen Rundfunks ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Dazu gehörten unter anderem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, das Einhalten eines Sicherheitsabstands von 1,5 Metern und eigens aufgestellte Desinfektionsmittelspender.

Kurz nach den Bund-Länder-Beschlüssen vom Mittwoch (28. Oktober) wurde laut Musikchef Edi van Beek intern diskutiert, ob die Veranstaltung weiterhin durchführbar sei. Am Ende blieb der Radiosender bei seinen Plänen - sehr zur Freude von Rea Garvey. Der Sänger halte nichts davon, sich von dem Virus Angst einjagen zu lassen und sich nichts mehr vorzunehmen, machte er im Interview deutlich. Es sei "wichtiger, ein Ziel zu haben, als keinen Plan zu haben", so der Musiker. "Die Zukunft ist das, was wir daraus machen."

Solohits, Reamonn-Klassiker und ein Billie-Eilish-Cover

Neben bekannten Hits wie "Is it Love?" präsentierte der "The Voice of Germany"-Coach dem Münchner Riesenrad-Publikum auch die neuen Gute-Laune-Singles "Talk To Your Body" und "Hey Hey Hey" aus seinem neuen Album "Hy Brasil", das am 13. November erscheint. Zwischendurch schlug er mit dem Song "Supergirl" seiner alten Band jedoch auch ruhigere, leicht nostalgisch anmutende Töne an. Den Ohrwurm aus dem Jahr 2000 mixte Garvey mit einer Eigeninterpretation des Hits "Ocean Eyes" von Billie Eilish (18, "No Time To Die").