Livio Suppo: "Valentino Rossi macht sich nicht zum Deppen"

Gerald Dirnbeck

"Valentino hat immer noch Spaß und er ist weiterhin konkurrenzfähig. Wenn er aufgrund seiner Performance aufhören würde, dann müsste das halbe Feld aufhören", findet Livio Suppo im Gespräch mit 'Motorsport.com' deutliche Worte. Suppo fungierte als Teammanager bei Ducati und Honda. Mit Rossi hatte der Italiener aber nie direkt zusammengearbeitet.

Die Rossi-Fans müssen nicht nur auf die ersten MotoGP-Rennen im Jahr 2020 warten, sondern auch auf die Entscheidung, ob der neunmalige Motorrad-Weltmeister seine Karriere fortsetzen wird. Er möchte "zwei, drei" Rennen abwarten und dann eine Entscheidung treffen. Wann der erste Grand Prix stattfinden wird, ist ungewiss.

"Valentino ist immer noch stark und macht sich nicht zum Deppen. Dass er immer noch Spaß hat und eine bessere Performance zeigt als viele Fahrer, rechtfertigt meiner Meinung nach, dass er immer noch fährt", findet Suppo. "Außerdem ist es ungewöhnlich, dass er mit 41 immer noch so schnell ist."

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing Gold and Goose / Motorsport Images

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"Vale ist immer noch konkurrenzfähig. Sollte seine Konkurrenzfähigkeit in diesem Jahr nachlassen und sollte er nicht mehr in den Top 5 sein, dann wäre es für einen Fahrer mit seiner Vergangenheit vielleicht genug."

"Für mich wäre es seltsam, wenn er sagen würde: 'Ich will versuchen den zehnten Titel zu gewinnen und ich gehe zu Petronas, um das zu versuchen.' Das wäre für mich übertrieben. Wenn er sagt: 'Ich bin 42 Jahre alt, habe viel Spaß und bin konkurrenzfähig genug für gute Ergebnisse', dann warum nicht?"

Brivio: Yamaha kann lange auf Rossis Entscheidung warten

Ähnlich bewertet auch Suzuki-Teammanager Davide Brivio die Situation. Der Italiener kennt Rossi sehr gut. Ab Ende 2001 war Brivio Teammanager bei Yamaha und erlebte die Rossi-Erfolge mit der M1 ab der Saison 2004 aus nächster Nähe mit. Als Rossi 2011 zu Ducati wechselte, wurde Brivio Berater von VR46, bis er sich schließlich seit April 2013 um das Suzuki-Projekt kümmert.

Von 2001 bis 2010 war Davide Brivio Yamaha-Teammanager (Foto von 2008)

Von 2001 bis 2010 war Davide Brivio Yamaha-Teammanager (Foto von 2008) Motorsport Images

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"Die Wahl, die Yamaha getroffen hat, war ganz klar: Sie haben Vinales und Quartararo als offizielle Teamfahrer ernannt, und sie können es sich leisten, auf Valentino zu warten - paradoxerweise so lange er will", meint Brivio im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Denn das Werksteam ist fix und man muss höchstens einen freien Platz bei Petronas reservieren."

"Angesichts der Situation glaube ich, dass sie ihm etwas mehr Zeit geben können. Er sagte, er wolle die Hälfte der Saison abwarten, aber jetzt ist das nicht mehr möglich. Vielleicht wird es eine halbe Saison sein, verglichen mit dem Zeitpunkt, an dem die Meisterschaft beginnt. Aber ich wiederhole, Yamaha ist in der Lage, auf ihn zu warten."

Könnte Brivio für eine Überraschung sorgen und seinen alten Kumpel Rossi für ein Abschiedsjahr zu Suzuki locken? Denn die Charakteristik der GSX-RR ist der M1 ähnlich. "Wir haben im Moment kein freies Motorrad", winkt Brivio ab. "Unsere Strategie ist es, mit Rins und Mir weiterzumachen. Das hat Sinn in Bezug auf alles, was wir bisher gemacht haben und was unsere Philosophie ist. Es wäre also nicht möglich."

Weitere Co-Autoren: Antonio Russo. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.