Mit Lizenz der Ehefrau - Frau gibt sich als Therapeutin aus und täuscht hunderte Patienten

Eine Frau am Laptop (Symbolbild).<span class="copyright">Getty Images</span>
Eine Frau am Laptop (Symbolbild).Getty Images

Eine Frau aus Florida hat sich als Therapeutin ausgegeben und Hunderte von Patienten behandelt. Der Betrug wurde erst nach ihrem Tod aufgedeckt.

Eine Frau aus Florida hat sich zwei Jahre lang als Therapeutin ausgegeben und Hunderte Patienten behandelt. Sie benutzte dafür die Online-Psychotherapiepraxis Brightside Health. Der Betrug flog erst nach ihrem Tod auf, berichtet die „New York Post“.

Gemeinsam mit Ehefrau Patienten getäuscht

T. Heath-Randolph, 58, führte die Patienten in Zusammenarbeit mit ihrer Frau, der zugelassenen Sozialarbeiterin P. A. Randolph, in die Irre. Laut einem Bericht des Gesundheitsministeriums von Florida handelten die beiden gemeinsam.

Die echten Qualifikationen lagen bei P. A. Randolph, die in Florida und Tennessee zugelassen war und bis Februar 2023 bei Brightside Health beschäftigt war. Während P. Randolph persönlich mit Patienten arbeitete, behandelte T. G. Heath-Randolph diese per Telefon, ohne entsprechende Lizenz oder Ausbildung. Die „New York Post“ zitiert aus einer Vergleichsvereinbarung des Gesundheitsministeriums von Tennessee, dass Randolphs Anmeldedaten genutzt wurden und Zahlungen für die Sitzungen eingingen.

Betrug erst nach dem Tod aufgedeckt

Der Betrug wurde erst entdeckt, nachdem Heath-Randolph im Februar 2023 gestorben war. Eine Patientin erfuhr über soziale Medien, dass sie heimlich von der Frau ihrer Therapeutin behandelt worden war und meldete den Vorfall an Brightside. Das Unternehmen stellte fest, dass Randolph ihre Anmeldedaten mit ihrer Frau geteilt hatte und beendete am 28. Februar 2023 das Arbeitsverhältnis. P. A. Randolph verzichtete freiwillig auf ihre Zulassungen in beiden Staaten und erklärte, dass sie sich nicht erneut bewerben würde.

Brightside ordnete die Patienten neu zu, erstattete die Kosten der Behandlungen und informierte die Bundesbehörden. Die Gesundheitsaufsicht von Tennessee verhängte eine Geldstrafe sowie die Kosten der Untersuchung. Brightside äußerte sich enttäuscht: „Vertrauen ist die Grundlage der Beziehung zwischen Patient und Anbieter.“

Generell ist bei Online-Therapie mit Vorsicht zu walten, schließlich gibt es auch eine Menge unseriöser Angebote im Netz. So sollte man, bevor man einem Angebot nachgeht, auch die Krankenkasse kontaktieren. Diese könne bei Unsicherheiten die Online-Therapie gegebenenfalls als zuverlässig bestätigen oder davor warnen. Auch warnt die Expertin, dass man sich besser nicht an Online-Foren wendet und zur Sicherheit mehr Zeit investieren solle als zu wenig.