Locomore will innerhalb der kommenden drei Monate schwarze Zahlen schreiben

Das private Fernzugunternehmen Locomore will innerhalb der kommenden drei Monate erstmals schwarze Zahlen schreiben. Dafür müsse der Zug außerhalb der Spitzenzeiten noch besser ausgelastet werden, sagte Geschäftsführer Derek Ladewig am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. In den ersten hundert Tagen seit Betriebsstart seien rund 70.000 Kunden mit dem privaten Fernzug gefahren, der zwischen Berlin und Stuttgart unterwegs ist.

Locomore hatte den Betrieb im Dezember mit dem Ziel aufgenommen, täglich 1000 Fahrkarten zu verkaufen. Doch bereits vier Wochen später hatte das Unternehmen mit einer Reihe von Problemen wie defekten Toiletten und falschen Wagenreihungen zu kämpfen. Um den Zug intensiv zu warten, war Locomore sechs Wochen lang nur an vier Tagen pro Woche unterwegs. In diesem Zeitraum habe das Unternehmen eine Auslastung von durchschnittlich 65 Prozent erreicht, sagte Ladewig.

Ab Freitag soll der private Fernzug wieder öfter fahren: In Wochen mit Feiertagen täglich, in allen anderen Wochen pausiert der Fernzug mittwochs in Berlin aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Die Zahl der Wagen hat Locomore aufgestockt: Statt wie bisher mit acht soll der Zug künftig mit bis zu zehn Wagen gebildet werden. Insgesamt hat Locomore derzeit 14 Wagen angemietet. Für 2018 plant das Unternehmen eine zweite Strecke zwischen Berlin und Köln.

Locomore hatte seine Basisfinanzierung ursprünglich über Crowdfunding gesichert und will auch künftig auf dieses Instrument zurückgreifen. Das Unternehmen versteht sich nicht in erster Linie als Konkurrent der Deutschen Bahn, sondern will für den Fernverkehr eine weitere Alternative zu Auto, Flieger und Fernbus bieten.

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