Auch London fordert Lieferung deutscher Kampfpanzer an die Ukraine

Nach der polnischen Regierung hat auch der britische Verteidigungsminister Ben Wallace Deutschland zur Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine aufgefordert. In der Debatte um Leopard-Panzer spielt Deutschland eine Schlüsselrolle, weil es sich um deutsche Rüstungsgüter handelt, deren Weitergabe an Drittstaaten in der Regel vom Herstellerland genehmigt werden muss. London hatte bereits die Lieferung von 14 Challenger-2 Kampfpanzern zugesagt.

An der Front in der ostukrainischen Region Luhansk äußerte sich der ukrainische Soldat "Viktor" über die Qualität britischer Artilleriegeschütze vom Typ L119: "Wir sind sehr beeindruckt von den Ergebnissen. Ich will nicht übertreiben, aber es wurden ernsthafte Ziele getroffen, einschließlich feindlicher Infanterie, alles ist in Ordnung, wir arbeiten."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Ankündigung Großbritanniens, als erstes westliches Land Kampfpanzer zur Verfügung zu stellen. Entscheidungen über weitere Waffenlieferungen erwartet Selenskyj vom heute beginnenden Weltwirtschaftsforum in Davos. Via Twitter bedankte sich die ukrainische Regierung ausdrücklich bei Premierminister Rishi Sunak und Wallace.

In seiner nächtlichen Videoansprache sagte der ukrainische Präsident: "Was in Dnipro geschehen ist, ist ein neuer Versuch Russlands, stärker die Initiative im Krieg zu ergreifen. Diese Art der Feindseligkeiten an der Front macht neue Entscheidungen in der Stärkung der Verteidigung erforderlich. All dies unterstreicht nur, wie wichtig es ist, unsere Bemühungen zu koordinieren - Bemühungen aller Mitglieder der Koalition zur Verteidigung der Ukraine und der Freiheit."

Evakuierung unter Lebensgefahr

Sorge bereit der ukrainischen Regierung vor allem die starke russische Truppenkonzentration im Donbas nahe der besonders heftig umkämpften Orte Bachmut und Soledar. Freiwilligen ukrainischen Helfern gelang es, aus dem Dorf Paraskowijiwka nahe Soledar sieben Zivilistinnen und Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Unter ihnen waren eine Frau mit eingeschränkter Mobilität und ein fünfjähriges Mädchen.

Auf einem Militärstütpunkt im US-Staat Oklahoma sind rund 100 ukrainische Soldatinnen und Soldaten eingetroffen, um mit der Ausbildung am Patriot-Raketenabwehrsystem zu beginnen. Damit kommt Kiew dem lang ersehnten besseren Schutz vor russischen Raketenangriffen näher