London stellt Zahlungen an Oxfam nach Berichten über sexuelles Fehlverhalten ein

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Logo der Hilfsorganisation Oxfam

Die britische Regierung hat ihre Zahlungen an die Hilfsorganisation Oxfam wegen Vorwürfen zu sexuellem Fehlverhalten und Mobbing vorerst eingestellt. Ein Sprecher des Außenministeriums in London begründete das am Donnerstag mit Vorgängen, die sich nach externen Ermittlungen Oxfams in der Demokratischen Republik Kongo abgespielt haben. Oxfam hatte deswegen zwei Mitarbeiter im Kongo entlassen.

Alle Organisationen, die von der britischen Regierung Hilfen erwarteten, müssten "hohe Standards" erfüllen, sagte der Außenamtssprecher in London. Nach den nun vorliegenden Berichten sei die Fähigkeit Oxfams "in Frage gestellt", diesen Standards Genüge zu tun. Neue Zahlungen an die Organisation könnten erst erfolgen, wenn das Problem gelöst sei.

Oxfam ist in 67 Ländern aktiv. Die Untersuchung, die zur Entlassung der zwei Mitarbeiter führte, begann im November. Oxfam leitete die Ermittlungsergebnisse zu den Vorgängen nach eigenen Angaben an das Außenministerium in London und die Charity Commission weiter, die für die Regierung die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen koordiniert. Nach Informationen der Londoner Tageszeitung "The Times" sollen die Berichte über das Fehlverhalten im Kongo schon bis in das Jahr 2015 zurückreichen. Die Hilfsorganisation war bereits im Jahr 2018 von einem Skandal um ein Fehlverhalten von Mitarbeitern in Haiti erschüttert worden.

In regulären Jahren erhielt Oxfam von der Regierung in London umgerechnet 35 Millionen Euro Unterstützung. Im vergangenen Jahr kündigte die Hilfsorganisation an, sie werde 18 Außenstellen schließen und 1500 Stellen streichen. Das wurde auf einen Rückgang der Einkünfte wegen der Corona-Pandemie zurückgeführt.

ao/cp