„Lost Place“ bei Hamburg: Das war einst die Wiege von Pinnebergs Wohlstand

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Wie kann man als Super-Reicher der Gesellschaft etwas zurückgeben? Vor mehr als 150 Jahren interessierte das keinen Fabrikbesitzer. Schlimme Ausbeutung der Arbeiter war an der Tagesordnung – um den Reichtum der Fabrikanten zu mehren. Doch in Pinneberg gab es mit den Union-Eisenwerken damals einen Betrieb, bei dem gleich zwei Eigentümer anders dachten. Pinneberg war noch ein ziemlich verschlafenes Nest, als 1856 zwei Fabrikanten die Union-Eisenwerke gründeten. Sie stellten verzinnte und gestanzte Geschirre her. Zwölf Jahre später kauften die Gebrüder Miether das eher unbedeutende Unternehmen. Doch als 1870 der Deutsch-Französische Krieg begann, gab es einen Großauftrag für die Lieferung von Heeres-Geschirr an die deutschen Truppen. Der Fall von Paris 1871 wurde im Garten von Firmenchef Theodor Miether mit 101 Salutschüssen aus einer Kanone gefeiert. Nach dem Krieg: Arbeitszeit wird auf zehn Stunden gesenkt Der „Kriegsgewinnler“ hatte eine ausgeprägte soziale Ader. So senkte er als einer der ersten deutschen Fabrikbesitzer die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden. Miether schuf eine Betriebskrankenkasse, eine Sterbekasse und half tatkräftig mit, eine Berufsschule in Pinneberg zu gründen. 1872 veranstaltete der Unternehmer in einer Werkhalle eine prachtvolle Weihnachtsfeier für 250 Kinder seiner Beschäftigten. Die Arbeiter dankten es ihm anlässlich seiner Hochzeit mit einem großen Festumzug: Mit Laternen und Fackeln zogen sie zu seiner Villa und feierten ihren Chef mit lautem Jubel. Sogar Dankes-Anzeigen schalteten sie in Pinneberger Zeitungen. Dem so Gefeierten fehlte es nicht an unternehmerischem Selbstvertrauen, damals sagte er: „Wer hat Pinneberg auf die Stufe gebracht, auf der es jetzt steht? Die Antwort: Größtenteils das Union-Eisenwerk. Wovon lebt Pinneberg? Größtenteils vom Union-Eisenwerk.“ 1872 ließ sich Miether das damals prächtigste Privathaus Pinnebergs am Fahltskamp 36 errichten. Es war das erste Pinneberger Haus mit...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo