Luftfahrtexperte kritisiert Gewerkschaft UFO scharf

Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hat die Flugbegleitergewerkschaft UFO nach ihrer Streik-Ankündigung scharf kritisiert. "Der UFO-Streik ist in der gegenwärtigen Situation mitten im Schlichtungsverfahren überhaupt nicht nachzuvollziehen", sagte Großbongardt der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "In einer Schlichtung lässt man einander in Ruhe. Das kommt jetzt aus heiterem Himmel. Deshalb scheint mir das vor allem eine Profilneurose des bisherigen UFO-Vorsitzenden zu sein."

Die Gewerkschaft verderbe den Passagieren ihren Weihnachtsurlaub ohne erkennbaren Grund, erklärte Großbongardt. "Ich weiß nicht, ob sich UFO damit einen Gefallen tut. Mit einem Streik torpediert die Gewerkschaft auch noch das laufende Schlichtungsverfahren."

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hatte am Freitag einen dreitägigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings zum Jahreswechsel angekündigt. Gestreikt werden soll von Montag 00.00 Uhr bis Mittwoch 24.00 Uhr. Hinter dem Arbeitskampf von UFO steht ein erbitterter Streit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Die Streiks hält er daher für rechtswidrig. Nach Angaben von UFO geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Töchtern.