Lufthansa streicht Flüge nach Teheran vorsorglich bis 20. Januar

Lufthansa-Flughafenschalter

Die Lufthansa streicht für alle Airlines des Konzerns vorsorglich bis einschließlich 20. Januar alle Flüge von und nach Teheran. Grund sei die unklare Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen der iranischen Hauptstadt, erklärte das Unternehmen am Freitag. In der Nähe von Teheran war am Mittwochmorgen eine Boeing 737 der ukrainischen Fluggesellschaft UIA abgestürzt; zuletzt hatten sich Anzeichen für einen versehentlichen Abschuss der Maschine verdichtet.

Gemeinsam mit nationalen und internationalen Behörden werde weiterhin die Sicherheitslage für An- und Abflüge für den Flughafen Teheran sowie des gesamten iranischen Luftraums bewertet, erklärte die Lufthansa. Sobald detaillierte Informationen vorlägen, werde entschieden, ob beziehungsweise wann die Iran-Flüge wieder aufgenommen werden könnten. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Passagiere", erklärte der Konzern.

Am Donnerstagabend war eine Lufthansa-Maschine auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Teheran wieder umgekehrt. Der Flug LH 600 sei "nach rund einer Stunde Flugzeit rein vorsorglich nach Frankfurt zurückkehrt", teilte die Lufthansa mit. Hintergrund sei "eine veränderte Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran" gewesen.

Im Laufe des Donnerstags hatte sich die Anzeichen gemehrt, dass die abgestürzte Boeing womöglich versehentlich von einer iranischen Boden-Luft-Rakete getroffen worden sein könnte. Kurz vor dem Absturz der ukrainischen Maschine hatte der Iran mehrere Raketenangriffe auf zwei von den US-Streitkräften genutzte Militärstützpunkte im Irak geflogen.

Nach Erbil im Nordirak will die Lufthansa ab kommendem Dienstag wieder fliegen. Ein Flug dorthin am Samstag habe "aus operationellen Gründen" nicht wieder aufgenommen werden können, erklärte das Unternehmen. Die Fluglinie Austrian Airlines, die zur Lufthansa gehört, nahm die Erbil-Flüge demnach am Freitag wieder auf. In die Entscheidung seien "alle zur Verfügung stehende Informationen" eingeflossen, teilte die Lufthansa mit.