Luftkampfsystem FCAS: Frankreich, Deutschland, Spanien einigen sich

Für die weitere Entwicklung des Luftkampfsystems FCAS hat Deutschland mit Frankreich und Spanien eine politische Einigung erzielt. Nach intensiven Verhandlungen habe bei FCAS nun die industrielle Einigung zur nächsten Programmphase erzielt werden können, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Freitag mit.

Parallel zu den Industrieverhandlungen sei auch auf höchster Regierungsebene bekräftigt worden, dass bei dem unter französischer Gesamtverantwortung stehenden Projekt ein kooperativer Ansatz auf Augenhöhe verfolgt wird. Damit sei der Weg frei für die Fortsetzung des milliardenschweren Luftkampfsystems.

"Stärkung von Europas militärischen Fähigkeiten"

"Die politische Einigung bei FCAS ist ein großartiger Schritt und ein gerade in diesen Zeiten - wichtiges Zeichen der exzellenten deutsch-französisch-spanischen Zusammenarbeit", sagte die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht. "Sie stärkt Europas militärische Fähigkeiten und sichert wichtiges Know-how für unsere, aber auch für die europäische Industrie".

Mit dem Abschluss der politischen Gespräche sei der Weg frei für die Zeichnung der Industrieverträge, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Einigung erfolgte nun kurz vor einem Treffen von Frankreichs Premierministerin Élisabeth Borne mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz am kommenden Donnerstag in Berlin. Das Projekt hatte zuletzt zwischen Deutschland und Frankreich für Spannung gesorgt. Die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen Dassault und Airbus hatten sich über die Aufgabenverteilung nicht einigen können.

Mehr als ein Kampfflugzeug

Das Luftkampfsystem FCAS soll von 2040 an einsatzfähig sein und den Eurofighter ablösen. Es soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug.

Die Gesamtkosten wurden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. An dem Projekt sind die Industrien Deutschlands, Frankreichs und inzwischen auch Spaniens beteiligt. Ein Streitpunkt war auch, wer die Nutzungsrechte hält, wenn mit Steuergeldern in dieser Höhe technologische Quantensprünge finanziert werden.