Lukas Podolskis Abschied: Heimatliebe zu Köln ist unabhängig von Ort und Zeit

Den Kölnern fällt es kinderleicht, ihre Stadt zu lieben.

Spätestens seit dieser Woche stellt sich die Frage nicht mehr, warum diese Glückseligkeit, diese unerschütterliche Heimatliebe zu Kölle unabhängig von Ort und Zeit ist. Ein ganzes Stadion im tiefsten Westfalen will gar nicht mehr aufhören, „ich bin nur ’ne kölsche Jung“ zu singen. Das Allerheiligste von Dortmund, die Südtribüne, die gelbe Wand, verwandelt sich in eine riesige schwarz-rot-goldene Narrenkappe mit dem Schriftzug „Poldi“.

Kinderleicht, Köln zu lieben

Dortmund – das 87. Veedel von Kölle. Gebe es beim Fußball etwas wie Zusatzkonzerte – die Kölner würden in jedes Stadion der Welt reisen, um die Abschiedsshow für einen der Ihren noch einmal zu inszenieren.

Nur diesen geilen Treffer gegen England – den müsste Poldi immer und immer wiederholen. Weil das leider nicht geht, bleiben nur Melancholie und Dankbarkeit, die Poldi-Narrenkappe und die Gewissheit, dass Letztere im Fastelovend auftauchen wird. Heimatliebe zum Anfassen.

Warum fällt es den Kölnern so kinderleicht, ihre Stadt nicht bloß zu lieben, sondern ihre Begeisterung in die Seelen wildfremder Menschen einzupflanzen, die nur einmal kurz vorbeiwollten, dann immer wiedergekommen oder gleich ganz geblieben sind?

Köln, die kuschligste Stadt der Welt

Köln sei die kuschligste Stadt der Welt, behauptet der Psychologe Stephan Grünewald. Was er damit meint, kann jeder immer und überall ausprobieren. Freitags im Gaffel am Dom, wo ein Sänger namens Björn Heuser seit 400 Wochen ohne Unterbrechung Einheimische und Besucher aus aller Welt mit den immer gleichen kölschen Liedern spüren lässt, was virtuose Lebenskunst bedeutet.

Oder in Kneipen wie dem Alt-Neppes, dem Heimathirsch, im Grunde an jeder Ecke. Manchen mag diese Leichtigkeit des Seins unerträglich vorkommen, dieser Sinn für Gemütlichkeit auf die Nerven gehen. Vor allem, wenn er mit der Überzeugung einhergeht, Köln sei eine Weltstadt.

Doch den Anspruch, etwas Außergewöhnliches zu leisten, hält der Kölner nie lange durch. Das ist ihm viel zu anstrengend. Am Ende steht immer die Erkenntnis, die niemand besser als der Kabarettist Konrad Beikircher formuliert hat: Am Schönsten isset, wenn et schön is....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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