Lukaschenko konnte nach eigenen Angaben einen "Putschversuch" vereiteln

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Belarussischer Präsident Alexander Lukaschenko

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat nach eigenen Angaben einen Putschversuch vereitelt, bei dem er und seine Familie umgebracht werden sollten. In einem vom belarussischen Präsidialamt verbreiteten Video machte Lukaschenko ausländische Geheimdienste, "wahrscheinlich die CIA und den FBI" aus den USA, dafür verantwortlich. Die belarussischen Geheimdienste hatten zuvor mitgeteilt, sie hätten bei einem "Sondereinsatz" eine "Gruppe mit terroristischer Ausrichtung" zerschlagen, die mit "gewalttätigen Mitteln die Macht ergreifen" wollte.

Wie der belarussische Geheimdienst KGB am Freitagabend mitteilte, wurden in Moskau vom russischen Geheimdienst FSB zwei Belarussen festgenommen, der Politikwissenschaftler Alexander Feduto und der Anwalt Juri Senkowitsch, der auch die US-Staatsbürgerschaft hat. Zu den Angaben Lukaschenkos lagen zunächst keine Äußerungen der Regierungen in Washington und Moskau vor.

In Belarus gibt es seit der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl im August Proteste gegen den autoritär regierenden Präsidenten. Nachdem in den ersten Monaten nach der Wahl wöchentlich zehntausende Menschen auf die Straße gegangen waren, verlor die Bewegung zuletzt an Zulauf. Grund dafür war auch das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten. Mehrere Protestteilnehmer wurden getötet, hunderte weitere wurden zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja erklärte aus ihrem Exil in Litauen, bei den von den belarussischen Behörden gemeldeten Vorfällen handle es sich um eine "Provokation der russischen und belarussischen Sicherheitskräfte", in die auch Bürger von Belarus und aus den USA verwickelt worden seien.

ao/ck