Luxemburg führt als erstes Land kostenlosen öffentlichen Nahverkehr ein

Tram in Luxemburg

Als erstes Land der Welt hat Luxemburg am Samstag den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr eingeführt. Mit Ausnahme der ersten Klasse in der Bahn und bei einigen Nachtbussen muss künftig niemand mehr für eine Fahrt mit Bus, Bahn oder Straßenbahn zahlen. Gleichzeitig sollen Bus- und Straßenbahnlinien ausgebaut werden. Der Einnahmeausfall in Höhe von jährlich 41 Millionen Euro soll über Steuern ausgeglichen werden.

Luxemburg will mit dem kostenlosen ÖPNV finanzschwächere Einwohner unterstützen und zugleich die Menschen dazu bringen, stärker als bisher auf ihr Auto zu verzichten. Viele Grenzgänger aus Frankreich, Belgien und Deutschland fahren ebenso wie die Mehrheit der Einheimischen des kleinen Großherzogtums mit ihrem Wagen zur Arbeit; Staus an der Grenze sowie im Zentrum der Hauptstadt sind an der Tagesordnung.

Einzelne Städte in anderen Ländern haben bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen. Das kleine Luxemburg ist aber nach eigenen Angaben das erste Land, das den öffentlichen Nahverkehr kostenlos macht. Das Großherzogtum hat lediglich 610.000 Einwohner.

Die Maßnahme sollte eigentlich erst zum 1. März eingeführt werden, wurde aber um einen Tag vorgezogen. Manchem Luxemburger war das noch gar nicht bewusst: "Es ist kostenlos? Das wusste ich gar nicht", sagte eine etwa 50-jährige Dame namens Dominique am Hauptbahnhof. Die Fahrkarten-Automaten in Luxemburg sollen nun nach und nach abgebaut werden.