Möglicherweise zwei Dutertes als Kandidaten für philippinisches Vizepräsidentenamt

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Sara Duterte mit Vater Rodrigo 2018 in China (AFP/-)

Zwei Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist für die Präsidentschaftswahl auf den Philippinen haben der scheidende Amtsinhaber Rodrigo Duterte und seine Tochter Sara für einige Überraschung gesorgt: Nach Angaben der Wahlkommission bewarb sich Sara Duterte am Samstag nicht wie allgemein erwartet um die Nachfolge ihres Vaters, sondern um das Vizepräsidenten-Amt. Kurz darauf stellte auch Duterte eine mögliche Kandidatur als Vize in Aussicht.

Duterte werde seine Bewerbungsunterlagen zum Stichtag am Montag einreichen, "das hat er gesagt", sagte sein Sprecher Martin Andanar dem philippinischen Fernsehsender ABS-CBN. Er fügte hinzu, dies sei zumindest der Plan; er wisse aber nicht, ob dieser am Sonntag oder Montag noch Bestand haben werde.

Die Verfassung verbietet Duterte ein zweites Mandat an der Spitze des südostasiatischen Lands. Der 76-Jährige hatte schon einmal mit einer Kandidatur als Vizepräsident geliebäugelt, Anfang Oktober dann aber überraschend seinen Rückzug ins Privatleben angekündigt. Präsident und Vizepräsident werden auf den Philippinen getrennt gewählt.

Lange war spekuliert worden, Sara Duterte könnte für das Präsidentenamt kandidieren. Weiter genährt wurden die Spekulationen, als die 43-Jährige auf eine erneute Kandidatur für ihr derzeitiges Amt als Bürgermeisterin von Davao verzichtete, aus ihrer Regionalpartei aus- und der Partei ihrer Verbündeten, der früheren Präsidentin Gloria Arroyo, beitrat.

Dutertes Verzicht auf eine Präsidentschaftskandidatur erhöht nun die Aussicht des Kandidaten Ferdinand Marcos Jr. auf einen Wahlsieg im kommenden Mai. In den Umfragen lag der 64-jährige Sohn des früheren Diktators Ferdinand Marcos bisher stets hinter Sara Duterte.

"Dass Duterte für die Vizepräsidentschaft kandidiert, besiegelt mehr oder weniger die Position von Marcos als Spitzenkandidat," sagte auch der Politikexperte Richard Heydarian der Nachrichtenagentur AFP. Die Partie des 64-Jährigen erkor Duterte unmittelbar nach ihrem Verzicht zu ihrer Kandidatin für den Posten der Vizepräsidentin.

Die Marcos-Familie verfügt im Norden und Zentrum des Landes über breite Unterstützung, Rodrigo Duterte und seine Tochter haben ihre Hochburg vor allem im Süden.

Der scheidende Präsident ist wegen seines blutigen Anti-Drogenkriegs umstritten, dem bereits tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Kritiker werfen ihm vor, den Sicherheitskräften freie Hand in ihrem brutalen Vorgehen gelassen und damit der Willkür Tür und Tor geöffnet zu haben. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat inzwischen Ermittlungen gegen ihn aufgenommen.

Analysten hatten auch deshalb mit einer Kandidatur seiner Tochter für das Präsidentenamt gerechnet, weil sie ihn bei einem Wahlsieg besser vor Anklagen hätte schützen können. Nach Einschätzung von Heydarian ist Vater und Tochter Duterte jedoch bewusst, dass ihre Zustimmungswerte in den vergangenen Monaten gesunken seien und sich das Momentum zuletzt "zugunsten von Marcos Jr." verschoben habe.

Sollte Marcos Jr. tatsächlich siegen, wäre dies die Krönung eines bemerkenswerten politischen Comebacks seit einem Volksaufstand im Jahr 1986, bei dem sein Vater gestürzt und die Familie ins Exil in die USA getrieben wurde.

ans/gap

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