Maas: Gespräche über Evakuierungsmaßnahmen am Flughafen Kabul über August hinaus

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Außenminister Heiko Maas (SPD)

Angesichts der Diskussion um die Verlängerung der Evakuierungsmaßnahmen aus Afghanistan steht die Bundesregierung in Gesprächen mit den Nato-Partnern über einen "zivilen Weiterbetrieb" des Kabuler Flughafens über August hinaus. "Wir führen mit den USA, der Türkei und anderen Partnern Gespräche mit dem Ziel, einen zivilen Weiterbetrieb des Flughafens zu ermöglichen", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag in Berlin. Darüber werde auch mit den Taliban gesprochen.

Großbritannien und Frankreich hatten sich zuvor für für eine Verlängerung des US-Einsatzes zur Rettung zehntausender Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul über den 31. August hinaus ausgesprochen. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian zeigte sich "besorgt" angesichts des für Ende August geplanten Abzugs der US-Truppen vom Kabuler Flughafen. Es brauche "zusätzliche Zeit", um alle ausländischen Staatsbürger und afghanischen Ortskräfte aus Kabul in Sicherheit zu bringen, sagte er bei einem Besuch in der Luftwaffenbasis Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Pentagon-Sprecher John Kirby wollte am Montag nicht ausschließen, dass die Frist über Ende August hinaus verlängert werden könnte. Er betonte aber: "Unser Fokus liegt darauf, das bis zum Ende des Monates zu schaffen." Er wolle deswegen jetzt nicht über eine verlängerte Frist "spekulieren".

Maas betonte, dass sich die Lage am Flughafen in Kabul in den vergangenen Stunden "weiter chaotisiert habe". Er fordere die Menschen auf, sich "nicht auf eigene Faust zum Flughafen zu begeben".

Bislang seien mehr als 3000 Menschen aus Afghanistan durch die Bundeswehr ausgeflogen worden, sagte der Außenminister weiter. Die Bundesregierung geht insgesamt von rund 10.000 afghanischen Ortskräften aus, die vor Ort in Gefahr schwebten.

Unter den bislang Evakuierten befänden sich rund 1800 afghanische Ortskräfte sowie deren Familienangehörige und rund 340 Deutsche sowie Menschen aus anderen Nationen, sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn. Die Bundeswehr geht von rund 5000 Menschen aus, die sich derzeit auf dem Flughafengelände aufhielten. Trotz der gefährlichen Lage kämen weiter Menschen an, sagte Zorn. Ein Flieger der Bundeswehr brachte am Montag unterdessen Hilfsgüter vor allem für Kinder zum Flughafen, darunter Schnuller, Windeln und Kuscheltiere.

mkü/fs/bfi

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