Maas will bei Besuch in Region Ausreise weiterer Afghanen erreichen

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Evakuierte Afghanen in US-Stützpunkt Ramstein (AFP/Armando BABANI)

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will sich bei einer Reise in die Nachbarländer Afghanistans um rasche Ausreisemöglichkeiten für bedrohte Menschen aus dem Krisenstaat bemühen. Der Minister wolle in seinen Gesprächen Möglichkeiten sondieren, dass Afghanen mit Einreiseberechtigung für Deutschland gegebenenfalls auf dem Landweg in die Nachbarländer ausreisen können, um dann von dort ausgeflogen zu werden, sagte ein Außenamtssprecher am Freitag. Zudem wolle Maas darüber beraten, wie der zivile Luftverkehr für Ausreisende am Flughafen Kabul wieder aufgenommen werden könne.

Der Außenamtssprecher bezifferte die Zahl der in Afghanistan verbliebenen deutschen Staatsbürger auf rund 300. Zudem gebe es rund 10.000 afghanische Staatsbürger, die zur Teilnahme an der inzwischen beendeten Evakuierungsmission erfasst worden waren. Es sei unklar, wie vielen von ihnen es bereits gelungen sei, das Land zu verlassen.

Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte, dass sich die Bundesregierung auch weiterhin um die Ausreise afghanischer Ortskräfte oder anderer besonders gefährdeter Menschen bemühen werde. "Ich kann nur sagen, dass unser Gefühl der Verantwortung, der Sorge um diese Menschen nicht endet mit der Luftbrücke, sondern wir werden die verschiedenen Möglichkeiten zukünftiger Hilfe - auch Hilfe zur Ausreise - alle zu ergreifen versuchen."

In seiner am Sonntag beginnenden Reise in der Region will Außenminister Maas konkrete Hindernisse beseitigen. So will er nach Angaben des Außenamtssprechers erreichen, dass ausreiseberechtigte Afghanen über den Landweg die Grenzen in Nachbarländer überqueren dürfen. Diese Menschen sollten "zumindest ab der Grenze die Möglichkeit bekommen, ungehindert zu unseren Botschaften zu gelangen und dort schnell mit Papieren für die Einreise nach Deutschland ausgestattet zu werden", sagte der Sprecher.

Die deutschen Botschaften in den Nachbarländern sollten deshalb mit Personal und anderen Ressourcen verstärkt werden, sagte er. Der Sprecher räumte zugleich ein, dass das Verlassen Afghanistans auf dem Landweg riskant sein könnte. "Wir können nicht guten Gewissens eine pauschale Empfehlung abgeben, sich jetzt auf den Landweg zu begeben."

Bei den derzeit laufenden Gesprächen deutscher Diplomaten mit Talibanvertretern in Katars Hauptstadt Doha gehe es auch darum, "möglichst belastbare Zusagen der Taliban zu bekommen, dass die Ausreise dieser Menschen zumindest nicht behindert wird", sagte er.

Bei Maas' Gesprächen in der Region solle es auch darum gehen, wie erreicht werden könne, dass der Flughafen Kabul in Zukunft wieder betrieben werden könne, sagte der Außenamtssprecher weiter. Ziel sei es, den betroffenen Afghanen die Ausreise auch mit dem zivilen Luftverkehr zu ermöglichen.

Der Außenminister hatte am Donnerstagabend angekündigt, am Sonntag in die Region reisen zu wollen. Er will Usbekistan, Tadschikistan und Pakistan sowie die Türkei und Katar besuchen.

pw/jp

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