Macht Süßstoff krank? Eine neue Studie zeigt Veränderungen im Stoffwechsel

Ist guter alter Zucker doch die bessere Wahl? (Bild: Getty Images/ADragen)

Süßstoff könnte nicht nur nicht schlank machen, sondern sogar schädlich sein.

Ob Süßstoff tatsächlich etwas Positives bewirkt, ist seit längerem umstritten. Die Ergebnisse einer neuen Studie an Ratten suggerieren nun, dass der Zuckerersatz sogar krank machen könnte.

Süßstoff gehört seit vielen Jahren zu unserer Ernährung. “Obwohl wir diese kalorienfreien Süßstoffe jeden Tag verwenden, haben Fettleibigkeit und Diabetes drastisch zugenommen”, beschreibt Brian Hoffmann auf der Fachkonferenz Experimental Biology in San Diego am Sonntag seine Überlegungen hinter der Studie. Zusammen mit seinem Team hat der Forscher vom Medical College of Wisconsin zwei Arten von Süßstoff untersucht: Aspartam und Acesulfam, auch bekannt als E 951 und E 950.

Den Süßstoff verfütterten sie an Ratten, während die Kontrollgruppe Zucker bekam. Bereits nach drei Wochen fanden sie in den Körpern der Tiere Hinweise darauf, dass die Verarbeitung von Fetten in beiden Gruppen unterschiedlich ist. Das wurde durch bestimmten Typen von Fetten und Aminosäuren erkennbar. Die Süßstoff-Gruppe hatte obendrein Acesulfam im Blut, was jene Zellen schädigen kann, die die Blutgefäße auskleiden, wie die Forscher mit Verweis auf Laborversuche an Zellen zu bedenken geben.

Diese Essenstrends sind alles andere als gesund

Hoffmann schlussfolgert daraus, dass wer auf Süßstoff setze, diese Veränderungen im Fett- und Energiestoffwechsel in Kauf nehmen müsse. Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam hingegen betont, dass von der Studie an Ratten noch nicht auf Menschen geschlossen werden könne. Zudem müsste auch mitbedacht werden, dass die beiden Süßstoffe Aspartam und Acesulfam nicht zwangsläufig dieselben Auswirkungen hätten wie andere weit verbreitete Süßstoffe wie Sucralose, Stevia oder Saccharin.

32 Kilogramm Zucker werden in Deutschland pro Person und Jahr konsumiert. (Bild: Getty Images/tapui)

Seit mehreren Jahrzehnten wird laut der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa) an den Auswirkungen von Aspartam geforscht, das als für den Verzehr nach wie vor unbedenklich gilt. Auch Acesulfam ist ein zugelassener Süßstoff. Dennoch ist die amerikanische Studie nicht die erste, die suggeriert, dass die Produkte schädlich sein könnten. Derzeit reicht der gesicherte Wissensstand nicht aus, um vor dem Konsum von Süßstoff zu warnen.

Süßstoff als Abnehmhilfe?

Während gewöhnlicher Zucker aus Glukose und Fruktose besteht, sind Süßstoffe zumeist synthetisch hergestellte Verbindungen oder stammen wie das eben erwähnte Stevia, das aus den Blättern der Steviapflanze gewonnen wird, aus natürlichen Quellen. Süßstoffe versprechen einen minimalen Kaloriengehalt, weswegen sie sich auch für Personen mit Zuckerkrankheit eignen und außerdem kein Karies fördern.

Eine bekannte Hypothese zum Konsum von Süßstoffen lautet, dass man trotzdem zunimmt, weil man das Essverhalten anpasst und an anderer Stelle den Zucker zuführt, den man durch Süßstoff zuerst reduziert. Aufgrund des diffusen Wissensstands zu dem Thema gibt es keine offiziellen Empfehlungen, Süßstoff als Hilfe zum Abnehmen einzusetzen. Dabei gilt immer das Mantra, Süßes insgesamt zu reduzieren, und nicht künstlich zu ersetzen: Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, die Ernährung auf „weniger süß“ umzustellen. Der durchschnittliche Deutsche nimmt pro Jahr sagenhafte 32 Kilogramm Zucker zu sich.

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