Machtkampf in Argentinien

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Demonstranten protestieren in Buenos Aires gegen die Wirtschaftsmisere in Argentinien (AFP/RONALDO SCHEMIDT)

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftsmisere in Argentinien ist an der Spitze des südamerikanischen Landes ein Machtkampf entbrannt: Vize-Präsidentin Cristina Kirchner warf Staatschef Alberto Fernández am Donnerstag in einem offenen Brief eine fehlgeleitete Wirtschaftspolitik vor und forderte ihn zur Kabinettsumbildung auf. Anlass für Kirchners Brandbrief war das schwache Abschneiden der Regierungsparteien der Mitte-Links-Koalition bei Vorwahlen am vergangenen Wochenende.

Fünf Minister hatten daraufhin ihren Rücktritt angeboten, was Staatschef Fernández jedoch ablehnte. "Glauben Sie wirklich, dass es nach einer solchen Niederlage nicht erforderlich ist, Rücktritte bekannt zu geben und dem Präsidenten die Möglichkeit zu geben, die Regierung neu zu organisieren?", schrieb Kirchner.

Fernández rief auf Twitter die Kollegen im Kabinett zur Geschlossenheit auf. "Dies ist nicht die Zeit, die Streitigkeiten auszufechten, die uns von unserem Weg abbringen", schrieb der Staatschef. Fernández und Kirchner stehen gemeinsam an der Spitze einer Mitte-Links-Regierung; angesichts der schlechten Vorwahlergebnisse müssen die Regierungsparteien bei der Parlamentswahl am 14. November eine Schlappe und den Verlust der Mehrheit im Senat befürchten.

Zeitgleich protestierten am Donnerstag in Buenos Aires zehntausende Menschen gegen die grassierende Armut, Inflation und Arbeitslosigkeit. Nach offiziellen Angaben leben 42 Prozent der 45 Millionen Argentinier derzeit in Armut. Verschärft wurde die Wirtschaftsmisere auch in Argentinien durch die Corona-Pandemie.

ju

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