Machtkampf im Irak: Sadr-Anhänger stürmen Parlament in Bagdad

Hunderte von Anhängern des mächtigen irakischen Schiiten-Predigers Al-Sadr haben zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage das Parlament in Bagdad gestürmt.

Es geht um einen neuen Premier und eine neue Regierung. Fast zehn Monate nach den Wahlen im Oktober hat der Irak trotz intensiver Verhandlungen zwischen den Fraktionen noch immer keine neue Regierung. Der schiitische Prediger Al-Sadr setzt dabei auf Druck von der Straße.

Mit den Protesten will die Al-Sadr-Bewegung verhindern, dass ihre politischen Gegner um Ex-Regierungschef Nuri al-Maliki eine Regierung bilden können. Die Rivalen des 47 Jahre alten Religionsführers hatten vor kurzem einen eigenen Kandidaten als Premier vorgestellt.

Die Sadr-Anhänger kampierten vor dem Parlament und stürmten es trotz Tränengas, Wasserwerfern und Temperaturen von bis zu 47 Grad Celsius. Zuvor hatten sie schwere Betonbarrikaden auf den Straßen, die zu Bagdads befestigter Grüner Zone mit Diplomaten- und Regierungsgebäuden führen, niedergerissen.

Mit einem Sitzstreik wollen die Demonstranten Druck auf die Politik ausüben. Alle weiteren Sitzungen des Parlaments wurden zunächst abgesagt, wie der Parlamentspräsident mitteilte.

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