Macron kündigt Gipfel mit Staatschefs der Sahel-Staaten für 16. Dezember an

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will bereits in knapp zwei Wochen einen Gipfel zum militärischen Engagement seines Landes in den Sahel-Staaten abhalten. Er habe die Präsidenten der fünf Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso, Niger, Tschad und Mauretanien für den 16. Dezember ins südfranzösische Pau eingeladen, sagte Macron am Mittwoch zum Abschluss des Nato-Gipfels in Watford bei London.

"Wir müssen binnen sehr kurzer Zeit den Rahmen und die politischen Konditionen unserer Intervention im Sahel mit den fünf afrikanischen Mitgliedstaaten der G5 Sahel klären", betonte Macron. "Weder kann noch möchte ich französische Soldaten im Sahel haben, solange die Zweideutigkeit anhält hinsichtlich antifranzösischer Bewegungen."

Die Stationierung französischer Soldaten in der Sahelzone stößt offenbar auf zunehmende Ablehnung in der Bevölkerung von Mali, Burkina Faso und Niger. Die französische Armee brauche aber "Klarheit" von allen Beteiligten "und im Moment ist das nicht ausreichend der Fall", kritisierte Macron. Wenn die Regierungen der Sahel-Länder die öffentliche Meinung hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Frankreich nicht hinter sich brächten, werde er "Konsequenzen ziehen".

"Frankreich ist nicht dort mit neokolonialen imperialistischen Zielen oder zu wirtschaftlichen Zwecken", betonte Macron. "Wir sind dort für die gemeinsame Sicherheit der Region und die unsrige."

Frankreich hat in Mali im Kampf gegen Dschihadisten rund 4500 Soldaten stationiert. Vor gut einer Woche starben 13 französische Soldaten bei einer Hubschrauberkollision. In der Folge waren in Frankreich Rufe nach einer stärkeren Unterstützung durch die EU-Partner laut geworden.

Die Bundeswehr ist in Mali im Rahmen von zwei Missionen der UNO und der EU präsent. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte beim Nato-Gipfel, die Allianz müsse überlegen, welche Rolle sie beziehungsweise "der europäische Pfeiler" in dem Bündnis "im Kampf gegen den Terrorismus in Afrika" wie etwa in den Sahel-Staaten einnehme. In dieser Frage habe die Nato "noch kein klares Bild".