Macron will nach deutschem Vorbild mehr Sprachstunden für Flüchtlinge

Macron will Französisch wieder zu Weltgeltung bringen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die Sprachstunden für Flüchtlinge nach deutschem Vorbild mindestens verdoppeln. Er sagte am Dienstag in einer Rede vor Sprachgelehrten, Literaten und Studenten in Paris, er strebe 400 bis 600 Stunden Sprachunterricht für Flüchtlinge an statt bisher rund 200 Stunden.

"Die französische Sprache ist nicht nur ein Integrationsmittel, sie ist die Integration", betonte Macron in seiner Rede in der Gelehrtenvereinigung Institut de France. Mit dem Vorstoß folgt der Präsident den Empfehlungen eines Integrationsberichts. In der Bundesrepublik dauern die Sprachkurse für Flüchtlinge in der Regel 600 Stunden.

Frankreich hatte im vergangenen Jahr einen Höchststand von mehr als 100.000 Asylanträgen verzeichnet. Es ist nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat nach Deutschland und Italien das Land mit den drittmeisten Neuanträgen in der EU.

Darüber hinaus kündigte Macron verstärkte Anstrengungen an, um dem Französischen in Europa und in der Welt wieder mehr Geltung zu verschaffen. Auf EU-Ebene will der Präsident eine gemeinsame Initiative mit Belgien starten, um die Sprache in den Institutionen zu fördern.

"Es ist paradox: Englisch war noch nie so präsent in Brüssel wie heute - und das zu einer Zeit, in der wir vom Brexit sprechen", betonte Macron.

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