Macron wirbt in Frankfurt für seinen Vorschlag eines Eurozonen-Haushalts

Merkel und Macron in Frankfurt

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat bei einem Deutschlandbesuch erneut für seinen Vorschlag eines Eurozonen-Haushalts geworben. Wer in wichtigen Politikbereichen wie Sicherheit, Energie, der Flüchtlingskrise und dem Anti-Terror-Kampf zusammenarbeiten wolle, könne nicht gleichzeitig ein gemeinsames Budget der Euroländer ablehnen, sagte Macron am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main.

"Wir müssen in die Debatte einsteigen", sagte Macron, bevor er an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Frankfurter Buchmesse eröffnen wollte. Es bleibe ein Jahr, die Positionen zu klären und einen gemeinsamen Fahrplan für Reformen in Europa aufzustellen.

Der sozialliberale Staatschef wirbt für einen eigenen Haushalt der Währungsunion, aus dem unter anderem Zukunftsinvestitionen finanziert werden sollen. In Deutschland stoßen die Vorschläge insbesondere bei Union und FDP auf breite Skepsis. Dort wird eine Vergemeinschaftung von Schulden der Mitgliedstaaten befürchtet.

Merkel bekräftigte in einem Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben), eine solche Vergemeinschaftung sei für sie ausgeschlossen. "Eine Vergemeinschaftung nationaler Schulden wird es mit mir nicht geben." Zu Macrons Vorschlag eines Wirtschafts- und Finanzministers für die Eurozone sagte Merkel, es müssten zunächst einige "Fragen" beantwortet werden, untere anderem jene nach den Aufgaben eines solchen Ministers.

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