"Das sind Mafia-Methoden" - Ex-Bayern-Scout packt aus: Das miese Spiel mit Transfers

AZ/mb

Ein ehemaliger Scout des FC Bayern erhebt schwere Vorwürfe gegen Spielerberater und Vermittler. Er spricht von "Mafia-Methoden" und nennt sogar Namen.

München/Stockholm - Der Profi-Fußball ist ein Hochglanz-Produkt. Doch nach den Aussagen eines ehemaligen Bayern-Scouts bleibt davon nicht mehr viel übrig.

Björn Andersson sichtete 22 Jahre für den Rekordmeister potenzielle Spieler und galt dabei als seriöser Fachmann mit dem richtigen Auge für Talente. Jetzt spricht der frühere Bayern-Profi über die zwielichtigen Machenschaften im Hintergrund des Fußball-Transfermarktes.

"Das sind Mafia-Methoden", sagt der 65-Jährige im schwedischen Podcast Lundh (Übersetzung von 11 Freunde.de). "Ich habe selbst mehrfach Geld angeboten bekommen, falls ich diesen oder jenen Spieler zu Bayern bringen würde", erzählt Andersson. Dahinter würden Spielerberater oder Vermittler stecken, die die Karrieren ihrer Klienten Schwung verleihen wollen.

Häuser angeboten bekommen

Aber nicht nur Geld wurde dem Schweden geboten: "Ich könnte heute so einige Häuser an der kroatischen Küste besitzen", meint der 65-Jährige vielsagend. "Es wissen eh alle, die in dieser Branche beschäftigt sind, dass nicht immer alles sauber zugeht", erklärt Andersson und geht ins Detail: "Ich nenne ein Beispiel: Da kommen Agenten an und sagen: Sieh zu, dass dieser Spieler nach München kommt, dann bekommst du im Gegenzug so und so viel."

Der 65-Jährige betont aber, dass er nie auf solche Angebote eingegangen ist, "denn sonst wäre ich ein Verbrecher." Er habe, laut eigener Aussage, stets höflich "Nein" gesagt.
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