Makabres Phänomen: Warum werden so viele Sneaker mit abgetrennten Füßen an Küsten angespült?

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An die Küsten Nordamerikas wurden seit 2007 über 20 Sneaker mit abgetrennten Füßen angespült. Ein Arzt erklärt, was es mit dem makabren Phänomen auf sich hat.

Running shoe. battered sneaker washed up on beach
Symbolbild: Getty Images

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Schuhe mit abgetrennten Füßen an die Pazifikküsten im Nordwesten Nordamerikas angespült. Die wildesten Theorien kursieren um das makabre Phänomen. Auf TikTok hat ein Arzt das Mysterium nun – einmal mehr – erklärt. Eine zentrale Rolle spielt offenbar die Beschaffenheit moderner Sportschuhe.

Seit 2007 wurden Medienberichten zufolge 21 Schuhe mit abgetrennten Füßen an den Küsten der Salischen See zwischen Kanada und den USA entdeckt. Manch einer vermutet ein Verbrechen dahinter. Einige meinen, ein Serienkiller mit einem Fußfetisch stecke dahinter. Andere halten das für das brutale Werk der organisierten Kriminalität.

Natürlicher Verwesungsprozess

Nein, weder ein psychopathischer Mörder noch eine skrupellose Mafia-Organisation erklären das vermeintliche Mysterium. Bei den abgetrennten Füßen, die übrigens meist in Sneakers steckten, handelt es sich vielmehr um die Hinterlassenschaften maritimer Aasfresser. Das sagt der Arzt Karan Raj auf seinem TikTik-Profil, wo er seine Follower regelmäßig über medizinische Themen aufklärt.

"Wenn eine Leiche auf den Meeresgrund sinkt, wird sie schnell von Aasfressern angefallen", so Raj . Die seien jedoch "faule Fresser", deshalb bevorzugten sie die "weichen Teile" des menschlichen Körpers. Und da sich die weichsten Teile des Menschen rund um seinen Knöchel befänden, würden sich die Füße im Zersetzungsprozess vom Rest des Körpers ablösen.

Was haben Sneaker damit zu tun?

Bleibt zu klären: Warum steckten die meisten der angespülten Füße in Sneakers? Und wieso wurden auffällig viele seit 2007 entdeckt? Tatsächlich hat offenbar das eine mit dem anderen zu tun, und beide Tatsachen sind anscheinend die Ursache für das Phänomen. Laut Dr. Raj hat das mit den "Veränderungen des Schuhdesigns" zu tun. Die hätten "in den vergangenen Jahrzehnten" dazu geführt, dass Schuhe "mehr Auftrieb bekommen haben".

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Das also – und nicht ein Serienkiller oder die Mafia – steckt hinter der Schauder erregenden Geschichte: Sobald die mit Sneakers beschuhten Füße von den Aasfressern vom Körper abgetrennt werden, lösen sie sich durch das Einwirken der Auftriebskraft vom Meeresboden und werden irgendwann an die Küste gespült.

Strömungen und Winde

Neu ist die Erkenntnis von Dr. Raj nicht. Laut des britischen Magazins Mirror war eine gerichtsmedizinische Untersuchung im Jahr 2017 zu denselben Ergebnissen gelangt. Demnach seien die abgetrennten Füße die Folge eines normalen Verwesungsprozesses unter Wasser. Durch den Auftrieb wären die Körperteile an die Küsten gespült worden. Die Qualität des Schuhmaterials hätte die Füße vor der Verwesung geschützt.

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Und noch eine Frage gibt das Thema her: Warum wurden die Füße an die Küsten der Salischen See gespült? Eine Antwort auf die Frage bleibt Dr. Raj schuldig. Auskunft hat dafür der Meeresforscher Parker MacCready erteilt. Das habe mit den besonderen Strömungsverhältnissen in dem Meeresgebiet zu tun, sagte er dem Magazin National Geographic. Sobald etwas in den Gewässern der See lande, wirke die Strömung wie eine Falle. Hinzu kämen die hier vorherrschenden Westwinde, die alles Material Richtung Küste trieben.

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