Maltas Regierungschef verkündet vorgezogene Parlamentswahl am 3. Juni

Joseph Muscat

Angesichts von massiven Vorwürfen gegen ihn im Zusammenhang mit den "Panama Papers" hat Maltas Regierungschef Joseph Muscat für den 3. Juni vorgezogene Parlamentswahlen angesetzt. "Meine Pflicht ist es, nicht nur mich und meine Familie zu schützen, sondern mein Land zu beschützen", begründete Muscat am Montag seine Entscheidung. Damit findet die Parlamentswahl noch vor dem Ende von Maltas derzeitigem EU-Ratsvorsitz am 30. Juni statt.

"Jeder weiß von den Angriffen, die sich in den vergangenen Tagen gegen mich und meine Familie richteten", sagte Muscat. "Ich habe nichts zu befürchten, ich bin sauber", versicherte der Regierungschef zugleich.

Kürzlich war bekannt geworden, dass Muscats Frau Michelle eine Offshore-Firma in Panama besitzt. Dies ist in Malta nicht strafbar, allerdings werden derartige Firmen vielfach zur Geldwäsche genutzt. Michelle Muscat beteuert, dass sie nicht in derartige Machenschaften verstrickt ist. Eine Untersuchung der Vorwürfe wurde eingeleitet, allerdings wird das Ergebnis wohl nicht vor der Wahl vorliegen.

Muscat war 2013 nach einem deutlichen Wahlsieg ins Amt gekommen. In der Folge wurden allerdings wiederholt Korruptionsvorwürfe gegen ihn laut. Auch dubiose Geschäfte mit Ländern wie Aserbaidschan wurden ihm angelastet.

Vergangene Woche demonstrierten tausende Menschen in Malta gegen Korruption, nachdem bekannt geworden war, dass Muscats Energieminiser Konrad Mizzi und sein Stabschef Keith Schembri Offshore-Firmen besitzen.

Eine internationale investigative Recherche hatte im vergangenen Jahr enthüllt, wie sich zahlreiche Politiker, Geschäftsleute und Prominente über Briefkastenfirmen in Steueroasen bereicherten. Grundlage für die Enthüllungen waren vertrauliche Dokumente aus der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama.

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