Mamas & Papas: Geschenkte Tage mit Bastelanleitung

Erst fällt der Urlaub ins Wasser, und dann beharrt das Kind auch noch auf einer coolen Zimmereinrichtung.

Wir sind eine heitere Familie. Obwohl oder gerade weil unser Harz-Urlaub vom Starkregen rüde verkürzt worden war, haben wir uns noch vor dem Magdeburger Kreuz gut gelaunt an die Ausfallplanung gemacht. "Wir fahren nach Wacken, das ist es auch matschig", schlug ich vor. Die Chefin merkte an, dass sie nichts Passendes zum Anziehen dabeihätte. Exakt das Konzept von Wacken, dachte ich, niemand trägt was Kleidsames. Hans versuchte, täuschend echt zu niesen. Mit einer Sommergrippe im Anflug, so hoffte er, würden seine Chancen auf ungezähmtes Computerspielen daheim steigen.

"Wir haben ein paar freie Tage geschenkt bekommen", bilanzierte ich, "was wolltet ihr immer schon machen?" Mir fiel mein Schreibtischablagestapel ein. "Keller", raunte die Chefin. Keller ist wie Schreibtisch – meine Baustelle. "Mein Zimmer", krähte Hans zwischen zwei Kunstniesern, "das habt ihr mir schon zu Ostern versprochen."

Das Schlimme an Kindern ist neben dem dauernden Wachsen ihr gutes Gedächtnis. In der Tat hatten wir merkwürdige Veränderungen an unserem Zwölfjährigen festgestellt: Der Schatten um die Mundwinkel rührte nicht von Kakao, das war Flaum. Er hörte keine Schlumpfmusik, sondern "Trap". Und er fasste keinen Legostein mehr an. Sein Zimmer wiederum war Grundschule pur: Kuscheltiere, Selbstgemaltes, Bettwäsche mit Käptn Blaubär und all die Star-Wars-Raumschiffe aus Lego, die Sammlerstücke wären, ohne die Havarien. "Mein Zimmer ist peinlich", murrte der große Kleine von der Rückbank. Peinlich? Wir? Die...

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