Mamas & Papas: Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs

Kinder wollen ihre sportlichen Grenzen selbst austesten. Doch wie weit sollen und dürfen sie dabei gehen?

Meine Freundin behauptet, sie bekäme immer Albträume, wenn sie an meine Kinder denkt. Sie sagt, sie bete für sie. Sie sagt: "Du MUSST etwas tun!" Was ihr so Sorgen macht, ist das normale Freizeitverhalten vor allem der Sechsjährigen. Ich habe ein Kamikaze-Kind. Vor ein paar Tagen kam es mit verbundenen Händen aus der Schule. Beide Innenflächen bestanden nur noch aus Blasen, einige davon offen, wund und rot. Die Sechsjährige hatte in den Pausen am Reck geturnt und offenbar nicht bemerkt, dass sich ihre Hände dabei in Fetzen auflösten. Oder sie hat es gemerkt und fand es einfach nicht so wichtig. Nachdem ich ihre Hände desinfiziert und neu verbunden hatte, strahlte sie mich an: "Darf ich jetzt auf den Kletterbaum?"

Der Kletterbaum ist eine etwa acht Meter hohe Eibe. Ein uraltes Prachtexemplar. Die Sechsjährige liebt den Baum, weil er die besten Kletteräste der Welt hat. Okay, oben werden sie etwas dünn, aber dafür schaukelt es bei Wind so schön. Und wenn man ganz oben in der Krone sitzt, ist man für die unten unsichtbar. Und man kann bis aufs Dach schauen. "Nein, du darfst mit den verbundenen Händen natürlich nicht auf den Kletterbaum", sagte ich. Obwohl die Alternativen auch nicht besser sind. Sie übt dann Überschläge am Reck, Salto auf dem Trampolin oder probiert Kunststücke an der Sprossenwand in ihrem Zimmer. Welche, weiß ich nicht. Ich kann da nicht hinsehen.

Unsere Hausapotheke ist mittlerweile so gut ausgestattet wie der Verbandsraum einer Notaufnahme. Virtuos kann ich die...

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