Mamas & Papas: Das Papadox - Von der Nicht-Einfachheit, ein Vater zu sein

Vorbild, Freund, konsequenter Erzieher – Vatersein ist ganz einfach. Leider kommt immer etwas dazwischen, berichtet Hajo Schumacher.

Wir sind eine naturverbundene Familie. Der Flug der Vögel, das Blühen und Welken, das ferne Rauschen der Autobahn – überall hält die Natur Zeichen, Symbole und Hinweise bereit, sogar für Stadtmenschen wie mich. Wenn Erziehungsratgeber schon nicht helfen, dann erklärt mir vielleicht die Natur, wie gutes Erziehen geht.

Wir haben eine kleine Holzhütte vor den Toren Berlins gepachtet, um uns gelegentlich die Illusion dieser Natur zu schenken. Der Fuchs hilft dabei. In der Abenddämmerung kommt er zuverlässig angeschlichen, scheu, neugierig, hungrig, frech. Ist er noch ein wildes Tier oder schon handzahm? An manchen Tagen bin ich freundlich und spendiere dem Fuchs ein Stück Grillwurst, denke aber gleichzeitig an die Kritik der Chefin mit: "Nicht anfüttern. Nachher gewöhnt er sich noch daran." In diesem Zwiespalt gedeiht mein schizophrenes Verhalten als Erziehungskraft. Erst werfe ich dem Tier ein Stück Wurst hin. Schnappt es das, verscheuche ich es. So geht moderne Pädagogik.

Manchmal will man eben auch Vertrauen aufbauen

Wenn wir Besuch mit kleinen Kindern haben, der in der Zeitung vom gemeingefährlichen Fuchsbandwurm gelesen hat, kreische ich gesundheitsbewusst, wenn der rotfellige Todesbote hinter der Hütte aufkreuzt. Der Fuchs guckt verwirrt und trollt sich.

Manchmal erwacht auch der Forscher in mir. Dann locke ich den Fuchs mit kleinen Schmatz- und Schnalzgeräuschen. Er soll näher kommen. Ich will ihn beobachten, sein Fell, die Augen, die Pfoten. Ich verfolge seine Laufwege und go...

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