Deutsche Paare bei Eiskunstlauf-EM auf Medaillenkurs

Mamma Mia! Nach zwei fast fehlerfreien Kurzprogrammen greifen die deutschen Paare bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften im finnischen Espoo nach den Medaillen. Zu den Klängen des berühmten Abba-Musicals liefen die deutschen Meister Annika Hocke und Robert Kunkel aus Berlin auf den zweiten Platz, Dritte sind vor der Kür-Entscheidung am Donnerstag (18.30 Uhr MEZ) Alissa Jefimowa aus Oberstdorf und der Berliner Ruben Blommaert.

"Wir wussten, dass wir in guter Form und gut vorbereitet sind", sagte Kunkel, seine Partnerin ergänzte: "Es war wichtig, die Ruhe zu bewahren." Jefimowa/Blommaert schöpften Kraft aus ihrem zweiten Platz beim Grand-Prix-Wettbewerb im Herbst vergangenen Jahres. "Wir kannten die Halle, wir kannten das Eis", sagte die gebürtige Russin Jefimowa, die in Finnland aufwuchs

Die durchaus mögliche Führung verdarb sich das in Bergamo trainierende Duo durch Probleme beim dreifachen Salchow, den sie beide überdrehten und deshalb mit Punktabzug bestraft wurden. Rang eins ging somit an ihre Trainingskollegen Sara Conti und Niccolo Macii aus Italien. Die drei im vergangenen Winter dominierenden russischen Paare sind wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine bei der europäischen Titelkämpfen vor den Toren Helsinkis von der Teilnahme ausgeschlossen.

Zuvor hatten auch Jefimowa/Blommaert ein gelungenes gemeinsames EM-Debüt gefeiert. Von einer Grippe genesen, die einen Start bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf verhindert hatte, legte insbesondere Routinier Blommaert (30) zur Mondscheinsonate einen souveränen Auftritt hin.

Die sieben Jahre jüngere Jefimowa hingegen musste die Landung des dreifachen Toe-Loop mit der Hand abstützen. Dennoch empfing Trainer Florian Just sein Duo nach dem Programm mit einem Lächeln an der Bande, denn die Chance auf Edelmetall blieb intakt.