„Manche landen immer auf der Butterseite und andere haben es immer schwer im Leben“: Warum die Millionenerbin von BASF höhere Steuern für Reiche fordert

Marlene Engelhorn fordert höhere Steuern für Reiche. - Copyright: picture alliance / Günther Pichlkostner / First Look / picturedesk.com
Marlene Engelhorn fordert höhere Steuern für Reiche. - Copyright: picture alliance / Günther Pichlkostner / First Look / picturedesk.com

Ihre Großmutter gehört zu den reichsten Menschen der Welt – von ihr soll sie künftig einen zweistelligen Millionenbetrag erben. Der Grund: Marlene Engelhorns Urururgroßvater Friedrich Engelhorn gründete 1865 den weltbekannten Chemiekonzern BASF. Doch die 29-jährige Unternemerserbin schert sich nur wenig um das Millionenerbe. Im Gegenteil: Sie findet es ungerecht und fordert im Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) mehr Steuern für Reiche.

„Ich möchte gerecht besteuert werden“, erklärte sie der Zeitung. Nach der aktuellen Gesetzeslage in Österreich, wo die Erbin derzeit lebt, sei das nicht der Fall. Deswegen habe sie sich mit gleichgesinnten Millionärinnen und Millionären zusammengetan und den Verein „Taxmenow“ („Besteuere mich“) gegründet. Mit der Initiative plädiert Engelhorn für eine angemessene Steuerreform und gerechtere Vermögensverteilung in Deutschland und Österreich.

„Wir haben Strukturen, die dafür sorgen, dass manche Menschen immer auf der Butterseite landen und andere es immer schwer im Leben haben“, so Engelhorn. „Die Gewinne werden aber automatisch vor allem von denjenigen abgeschöpft, die schon am meisten haben.“ Diese Ungerechtigkeit könne nur durch eine Umverteilung mit einer neuen Steuerpolitik geregelt werden.

Von der deutschen Erbschaftssteuer, die derzeit zwischen sieben und 50 Prozent liegt, hält Engelhorn nur wenig. „Ich möchte mindestens 90 Prozent meiner Erbschaft zurückgeben, idealerweise durch die Steuer“, erzählte sie im „FAZ“-Interview. Es gehe ihr vorrangig um eine systematische und strukturelle Veränderung der derzeit unfairen Vermögensverteilung.

LH

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.