Mann aus Florida kauft sich Lamborghini mit Corona-Hilfe

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Dreister geht es kaum. Ein Mann aus Florida erschlich sich Hilfsgelder in Millionenhöhe und leistete sich davon Schmuck, Luxushotels und einen neuen Sportwagen.

Aus der Traum vom Leben auf großem Fuß. Den vom Hilfsgeld gekauften Lamborghini Huracan wird der Betrüger wohl nicht mit ins Gefängnis nehmen dürfen. (Symbolbild: Getty)
Aus der Traum vom Leben auf großem Fuß. Den vom Hilfsgeld gekauften Lamborghini Huracan wird der Betrüger wohl nicht mit ins Gefängnis nehmen dürfen. (Symbolbild: Getty)

Lange hielt die Freude an dem neuen Geschoss allerdings nicht, denn nun muss sich der 29-jährige US-Amerikaner vor Gericht verantworten. Dem Geschäftsmann aus Miami wird vorgeworfen, insgesamt fast vier Millionen US-Dollar an Corona-Hilfen erschlichen zu haben. Aufgeflogen war er unter anderem deshalb, weil er sich von dem Geld teuren Schmuck leistete, sich in diversen Luxus-Resorts einmietete und sich einen Lamborghini kaufte.

Corona: Überbrückungshilfen lohnen sich für viele Selbständige nicht

David H. wurde am Montag in Miami von FBI-Beamten verhaftet. Er hatte gleich dreifach Hilfsgelder beantragt, die unter dem “Paycheck Protection Program (PPP)” eigentlich als Nothilfe für Unternehmen gedacht sind, die durch die Corona-Pandemie vor dem Aus stehen. Mit dem Geld soll, ähnlich wie bei der Deutschen Soforthilfe und der Kurzarbeitszahlung der Regierung, ermöglicht werden, dass Firmen ihre Mitarbeiter weiter bezahlen und nicht entlassen müssen.

Geschäftsmann erschleicht sich Millionen

Der 29-jährige aber hatte augenscheinlich keine Gehälter ausgezahlt. Insgesamt hatte der windige Geschäftsmann sich sogar auf 13,5 Millionen US-Dollar Hilfszahlungen beworben. Er habe monatliche Kosten von vier Millionen US-Dollar für seine etwa 70 Angestellten, hatte H. laut NBC sein Forderung begründet. Laut der Mitteilung des Justice Departments beliefen sich seine tatsächlichen Kosten für all seine Firmen, bei denen er als Manager oder Präsident geführt ist, auf insgesamt nur etwa 200.000 US-Dollar im Monat. Dennoch bewilligte das PPP ihm knapp vier Millionen US-Dollar.

Sportwagen und Luxushotels

Vor der Hilfszahlung waren auf einem seiner Konten laut NBC lediglich 30 Cents. Ein anderes war über 30.000 US-Dollar im Minus. Zahlungen flossen aber nicht etwa an die Angestellten seiner angeblich vier Klein-Unternehmen. Stattdessen gab es auf den Konten zweimal Abbuchungen von 15.000 US-Dollar an eine Empfängerin namens “Mom”.

Wegen Corona: Steuereinnahmen brechen ein

Nur ein paar Tage, nachdem H. das Hilfsgeld der Regierung bekommen hatte, erstand er dann den 318.000 US-Dollar (etwa 270.000 Euro) teuren Lamborghini Huracan. Dazu gab er mehr als 17.000 US-Dollar in teuren Luxus-Unterkünften in Miami Beach aus. Sollten sich alle Anklagepunkte gegen den Hilfsgelderschleicher bestätigen, dürfte die Fahrt im Lamborghini für lange Zeit seine letzte gewesen sein. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 70 Jahre im Gefängnis.

Looking down South Beach in Miami. Full view of the beach on the left and the city on the right. Beautiful blue sky on a clear day.
Miami Beach (Bild: Getty Images)

Über das PPP sind seit März insgesamt 520 Milliarden US-Dollar an Soforthilfen für insgesamt fünf Millionen kleine und mittelständische US-Unternehmen bewilligt worden. Über das Verfahren gab es immer wieder Unstimmigkeiten in den USA. So hatten sich zunächst auch riesige Unternehmen und Multimillionäre darauf beworben.

Corona-Soforthilfen: Empfängern drohen Rückzahlungen

Unter anderem Kanye West und Star-Künstler Jeff Koons sollen mehrere Millionen an Soforthilfe erhalten haben, wie Anfang Juli heraus kam. Nicht erst seitdem wird das Programm heftig kritisiert. Neuveröffentlichte Daten zeigten auch, dass US-Staaten, die besonders schwer von der Krise getroffen wurden, weniger Zahlungen erhielten als andere, weniger betroffene Bundesstaaten.

VIDEO: Modischer Mundschutz: Wie ein Vater seine Tochter blamierte