Mann aus Estland wegen Spionage zu elf Jahren Lagerhaft in Russland verurteilt

Wegen des Vorwurfs der Spionage für Estland ist ein Angeklagter in Russland zu elf Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Der Beschuldigte habe zugegeben, geheime Informationen über die im Westen Russlands stationierten Militäreinheiten an das estnische Innenministerium weitergegeben zu haben, teilte der russische Geheimdienst FSB am Donnerstag mit.

Der Mann lebte demnach wie zehntausende andere meist russischstämmige Ex-Sowjetbürger ohne estnischen Pass in dem Baltenstaat. Den Angaben zufolge wurde er im Mai 2016 in St. Petersburg festgenommen.

Das Verhältnis zwischen Russland und dem EU-Mitglied Estland ist angespannt. In den vergangenen Jahren wurden in beiden Ländern mehrere Angeklagte wegen Spionage verurteilt. Im Februar 2016 wurden in Estland gegen drei Männer mehrjährige Haftstrafen verhängt, weil sie im Auftrag Russlands spioniert haben sollen.

Im September 2015 tauschten Russland und Estland auf einer Brücke am Grenzfluss Piusa wie zu Zeiten des Kalten Krieges Spione aus. Russland ließ den estnischen Offizier Eston Kohver frei, der zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war. Estland übergab im Gegenzug den früheren estnischen Sicherheitsbeamten Alexej Dressen, der wegen Spionage für Russland eine 16-jährige Haftstrafe absaß.

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