"Nieder mit der Macronie": Mann ohrfeigt französischen Präsidenten

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Der französische Präsident Emmanuel Macron ist bei einer Reise nach Südfrankreich von einem Mann geohrfeigt worden.

Der Angreifer schlug Macron bei dem Vorfall am Dienstag mit der rechten Hand ins Gesicht, wie auf Handy-Aufnahmen des Vorfalls zu sehen war, die sich schnell im Internet verbreiteten. Die Polizei nahm zwei Menschen fest, darunter den mutmaßlichen Täter, wie die Präfektur mitteilte.

Mann hielt Macron an Arm, schlug ihn und schrie: "Nieder mit der Macronie"

Der Vorfall ereignete sich in der 6000-Einwohner-Gemeinde Tain-l'Hermitage nördlich von Valence. Dort ging der mit Hemd, Krawatte und Corona-Maske bekleidete Staatschef auf Schaulustige hinter einer Absperrung zu, um Hände zu schütteln. Ein Mann hielt den Präsidenten am Arm fest, ohrfeigte ihn und rief nach Medienangaben "Nieder mit der Macronie".

Sicherheitskräfte zogen den Präsidenten sofort weg. "Der Mann, der versucht hat, den Präsidenten zu ohrfeigen, und ein anderes Individuum werden von der Polizei vernommen", erklärte die Präfektur ohne Angaben zur Identität.

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Die Ohrfeige verbreitete sich rasch im Internet und beherrschte auch sofort die französischen Nachrichten. Bei Macrons politischen Verbündeten stieß sie ebenso wie bei seinen Gegnern auf Kritik. Premierminister Jean Castex sah darin einen Angriff auf "die Grundlagen unserer Demokratie". "Den Präsidenten zu ohrfeigen heißt, die Republik zu ohrfeigen", empörte sich der Fraktionschef der konservativen Republikaner, Damien Abad. Rechtspopulistin Marine Le Pen nannte die Ohrfeige "zutiefst verwerflich".

Einzelne Tat von "ultra-gewalttätigen Individuen"

Emmanuel Macron wurde von einem Mann am Arm festgehalten und geschlagen. (Bild: AFP)
Emmanuel Macron wurde von einem Mann am Arm festgehalten und geschlagen. (Bild: AFP)

Macron selbst spielte den Vorfall später herunter. Ihm gehe es gut, sagte der Staatschef der Zeitung "Le Dauphiné Libéré", und fügte hinzu, seiner Meinung nach handelte es sich um die einzelne Tat von "ultra-gewalttätigen Individuen". Derartige Leute dürften aber nicht die öffentliche Debatte bestimmen.

Knapp ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist Macron seit einigen Tagen auf "Tour de France". Bei der Rundreise will der 43-Jährige den Franzosen nach eigenen Worten "den Puls fühlen", um seine Chancen für eine Wiederwahl auszuloten. Der Vorfall ereignete sich gut zehn Tage vor Beginn der französischen Regionalwahlen, die als wichtiger Stimmungstest gelten.

Macron nimmt ab Freitag an einer Reihe internationaler Spitzentreffen teil. Den Auftakt macht der G7-Gipfel in Großbritannien. (ans/isd)

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