Selbstmordattentäter wirft Granate auf Gelände der US-Botschaft in Montenegro

Das Gelände wurde von der Polizei abgeriegelt. Eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP konnte vor Ort keine Schäden feststellen. Die Polizei teilte mit, die Detonation habe lediglich einen Krater im Hof der Botschaft hinterlassen. 

Ein 43-jähriger Montenegriner hat sich in der Nacht zum Donnerstag vor der US-Botschaft in Podgorica in die Luft gesprengt. Zuvor warf er nach Angaben der montenegrinischen Regierung einen Sprengsatz auf das Botschaftsgelände. Das Motiv für die Tat lag zunächst im Dunkeln. Einen terroristischen Hintergrund hielt die Staatsanwaltschaft für unwahrscheinlich.

Staatsanwältin Lepa Medenica teilte mit, der in Serbien geborene Mann mit den Initialen D.J. habe eine Granate vom Typ M-75 in die Anlage der Botschaft geschleudert. Danach habe er sich mit einer Granate desselben Typs in die Luft gejagt. Die Ermittler überprüften in Zusammenarbeit mit der US-Bundespolizei FBI die Aktivitäten des Mannes in den sozialen Medien.

Die Zeitung "Vijesti" veröffentlichte auf ihrer Internetseite Informationen über den Angreifer von dessen Facebook-Profil. Darunter war das Foto einer Urkunde aus dem Jahr 1999 über einen Orden in der jugoslawischen Armee - unterschrieben vom damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic.

Ein Wachmann eines nahe gelegenen Sportzentrums sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe zwei aufeinander folgende Explosionen gehört. Die Polizei sei sehr schnell vor Ort gewesen und habe die Leiche eines Mannes weggetragen.

Das Gelände wurde von der Polizei abgeriegelt. Die Polizei teilte mit, die Detonation habe einen Krater im Hof der Botschaft hinterlassen. Die Botschaft teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die Belegschaft sei "sicher und vollzählig".

Die sehr gut gesicherte US-Botschaft liegt etwas außerhalb von Podgorica, dem ehemaligen Titograd, in der Nähe des Gebäudes der Geheimpolizei und nahe dem Fluss Moraca. Ein Zeuge berichtete, der Angreifer habe sich der Botschaft von einer Brücke aus genähert.

In dem kleinen Balkanland Montenegro an der Adria leben 660.000 Menschen. Seit Juni vergangenen Jahres ist es Mitglied der Nato. Die Entscheidung, dem Militärbündnis beizutreten, führte 2015 zu gewalttätigen Protesten der russlandfreundlichen Opposition.