Mann aus Umfeld des Attentäters von Wien zu Haftstrafe verurteilt

·Lesedauer: 1 Min.
Polizei in der Innenstadt nach dem Anschlag

Ein Mann aus dem Umfeld des Attentäters von Wien ist zu sechsmonatiger Haft verurteilt worden. Das Landgericht verhängte die Strafe am Montag gegen den 18-Jährigen wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und kriminellen Organisation, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Weitere 18 Monate Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Der 18-Jährige war ebenso wie 17 weitere Verdächtige nach dem Anschlag im November festgenommen worden. Er hatte seit März 2018 dschihadistische Botschaften im Internet veröffentlicht. Den späteren Attentäter von Wien soll der jetzt verurteilte Mann in dessen Plänen bestärkt haben, nach Syrien zu reisen und sich dort der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen.

Der spätere Attentäter war damals aber von den türkischen Behörden an der Einreise nach Syrien gehindert und nach Österreich ausgeliefert worden. Dort landete er im Gefängnis, kam aber vorzeitig auf freien Fuß. Am vergangenen 2. November schoss der Mann in einem belebten Wiener Stadtteil um sich und tötete vier Menschen, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Der IS reklamierte die Bluttat für sich.

Die jetzige Verurteilung des 18-Jährigen bezog sich jedoch nicht auf den Anschlag. Der aus Bangladesch stammende Mann sagte aus, nichts von den Anschlagsplänen gewusst zu haben. Zu den gegen ihn erhobenen Anklagepunkten bekannte er sich aber schuldig. Auch verzichtete der 18-Jährige darauf, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

dja