Mann wegen schweren Missbrauchs von Kindern in Thailand in München vor Gericht

Das Landgericht München I verhandelt seit Dienstag gegen einen Mann, der über 30 Jahre lang in Thailand eine Vielzahl von Kindern massiv sexuell missbraucht haben soll. Angeklagt sind insgesamt 103 Missbrauchstaten, außerdem soll der Angeklagte Videos von zahlreichen Taten angefertigt und im großen Umfang Kinderpornos besessen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Stuttgart stammenden 67-Jährigen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tatmehrheit mit Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornografie vor.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft reiste der Angeklagte seit Ende der 80er Jahre regelmäßig nach Thailand. Dort habe er 1987 seine heutige Ehefrau kennengelernt. Während seiner Aufenthalte habe er aber auch sexuellen Kontakt zu Kindern, insbesondere Jungen, gesucht. In einem Zeitraum von etwa 30 Jahren habe er eine Vielzahl thailändischer Kinder bis hin zum erzwungenen Geschlechtsverkehr missbraucht.

Zu den Missbrauchstaten kam es demnach an verschiedenen Orten in Thailand, darunter in Hotels in Touristenregionen und im Geburtsort seiner Frau. Der Mann habe aber auch Kinder zum Missbrauch aus Thailand nach Deutschland einfliegen lassen und viele seiner Taten dann auf Videos oder Fotos dokumentiert.

Angeklagt sind Taten ab dem Jahr 2002. Bei einer Durchsuchung der Wohnungen des Beschuldigten in München konnten Ende 2017 insgesamt 8524 kinderpornografische Schriften beschlagnahmt werden, dazu 19 ungelöschte Videos von fast zwölf Stunden Länge. Seit der damaligen Durchsuchung sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft.