Schwesig legt wegen Krebserkrankung SPD-Vorsitz nieder - Dreyer ab Oktober alleine an Spitze

Manuela Schwesig legt wegen einer Krebserkrankung ihre Parteiämter auf Bundesebene nieder (Bild: Reuters/Hannibal Hanschke)

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Vorsitz in Mecklenburg-Vorpommern wolle sie aber weiter ausüben, erklärte die 45-Jährige.

Schwesig ist eine von drei kommissarischen SPD-Bundesvorsitzenden. Zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel wollte sie die Partei bis zur geplanten Wahl eines Führungsduos im Dezember anführen.

“Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig”, sagte Schwesig den Angaben zufolge. Dies werde dazu führen, dass sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen könne.

Schwesig zeigt sich zuversichtlich

Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden. “Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen”, sagte Schwesig.

Schwesig hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin. Nach nur sechs Jahren Parteizugehörigkeit war Schwesig 2009 als Hoffnungsträgerin der Ost-SPD Bundesvize ihrer Partei geworden.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

SPD: Dreyer bleibt alleine an der Spitze zurück

Nach dem Rückzug von Schwesigs wird Malu Dreyer die SPD von Oktober an für einige Wochen als alleinige kommissarische Vorsitzende führen. Thorsten Schäfer-Gümbel wird wie geplant zum 1. Oktober seinen Posten als Arbeitsdirektor bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit antreten wird, wie der SPD-Politiker am Dienstag in Mainz sagte.

Dreyer sagte, es seien dann nur noch wenige Wochen bis zum Bundesparteitag. Schäfer-Gümbel werde sie weiterhin ehrenamtlich unterstützen. Der Parteitag mit Wahl einer neuen Parteispitze ist vom 6. bis 8. Dezember in Berlin geplant.

Dreyer und Schäfer-Gümbel bedauerten den Rückzug von Schwesig, mit der sie gut zusammengearbeitet hätten, äußerten zugleich aber vollstes Verständnis dafür. “Sie können sich vorstellen, dass uns das sehr erschüttert hat, diese Diagnose”, sagte Dreyer.