Maradona feiert 60. Geburtstag am Freitag vermutlich nur mit sich selbst

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Maradona verbringt Geburtstag in Quarantäne
Maradona verbringt Geburtstag in Quarantäne

Sein größtes Geschenk zum 60. Geburtstag erlebt er höchstens virtuell: Wenn Argentiniens Fußball-Erstliga am Freitag nach achtmonatiger Corona-Zwangspause ihre Spiele wieder aufnimmt, wird Maradona nicht auf der Trainerbank sitzen, obwohl seine Mannschaft Gimnasia y Esgrima La Plata das Auftaktspiel bestreitet. Stattdessen wird Argentiniens Fußball-Ikone vermutlich ziemlich einsam zuhause Geburtstag feiern - denn wegen eines Corona-Verdachtfalls in seinem Umfeld befindet sich Maradona in Quarantäne.

Am Dienstag hatte sein Arzt mitgeteilt, dass sich Maradona vorsichtshalber in seiner Villa in Brandsen im Süden der Provinz Buenos Aires selbst isoliert habe. Nach Operationen wegen schwerer Herz- und Lungenprobleme und anderer Eingriffe, nach Alkohol- und Drogenexzessen zählt die berühmte ehemalige Nummer 10 der Nationalmannschaft zur Corona-Risikogruppe.

Ursprünglich wollte Maradona mit seiner Familie feiern - mit seinen fünf Kindern, die er bisher anerkannt hat, und seinem Enkel. Seit Dienstag ist davon keine Rede mehr. Sicher ist jedoch zumindest, dass es an Gratulationen am Freitag nicht fehlen wird, darunter vor allem von Fußballstars wie Pélé, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. 

Herzliche Geburtstagsgrüße dürften auch aus Neapel eintreffen, wo Maradona wie ein Halbgott verehrt wird, seit er mit dem dortigen Klub in den 80er Jahren unglaubliche Erfolge feierte. Die Glückwünsche des Fußballverbands Fifa dagegen dürften eher lauwarm ausfallen - immerhin hatte er deren einstige Führung 2015 im Zuge eines Korruptionsskandals als "Mafiosi" und "Diebe" beschimpft.

Bis heute ist der Ausnahmefußballer mit dem gewollt rebellischen Geist auch im Volk beliebt. Viele Argentinier verehren ihn auch dafür, dass er seine  Herkunft als Kind eines armen Fabrikarbeiters nie verleugnet hat. Zu seinem Geburtstag wird seine Wohltätigkeitskampagne "Die Zehn für 10" starten: Zehn Städte sollen Gelder aus einer Versteigerung von zehn Nationaltrikots mit Madonnas Autogrammen bekommen.

ans/cp