„Maritime Müllabfuhr“ gegen Verschmutzung der Ozeane

Die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik ist eines der akutesten und verheerendsten Probleme der Menschheit. Die Organisation „One Earth – One Ocean“ liefert einen speziellen Vorschlag, um gegen dieses Problem anzukämpfen.

Es ist eine düstere Prognose, die Studien der UN in den Raum stellen: Bis zum Jahr 2050 soll es in den Weltmeeren mehr Plastikteile als Fische geben. Zurzeit befinden sich rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen, jährlich kommen acht Millionen Tonnen dazu.

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Wie dringlich dieses Problem ist, erklärt Günter Bonin von der NGO „One Earth – One Ocean“ gegenüber „focus.de“: „Wir müssen uns anpassen, auch die Politik, auch die Industrie. Wir müssen aufhören, gleichgültig zu sein. Das Problem betrifft uns alle. Wenn wir nichts tun, wird die Erde eines Tages einfach untergehen. Wir haben viel Plastik im Meer, die Sonne kommt nicht mehr ausreichend in die Gewässer. Wir haben kein Plankton, keine Algen, keinen Sauerstoff mehr. Wir müssen einfach kapieren, dass es ein globales Problem ist.“

Die Verschmutzung der Weltmeere ist eines der akutesten Probleme der Menschheit. (Bild: AP Photo/Gemunu Amarasinghe, File)
Die Verschmutzung der Weltmeere ist eines der akutesten Probleme der Menschheit. (Bild: AP Photo/Gemunu Amarasinghe, File)

Um gegen diese fatale Verschmutzung vorzugehen, hat die NGO eine „maritime Müllabfuhr“ entwickelt. Zwei Schiffe sind derzeit unterwegs – der „Seehamster“ in den Binnengewässern und die „Seekuh“ in den Ozeanen.

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Mit Netzen, die bis zu vier Meter in die Tiefe gehen, reinigen die Müllabfuhr-Schiffe Buchten, Flussmündungen und Küstenabschnitte und sammeln Plastikmüll auf. Bonin erklärt zudem, dass es schon ein Nachfolgekonzept zu den „nicht optimalen“ Netzen gibt: Eine Art Rampe, „wo der Müll von alleine aufs Schiff kommt und die Menschen schon sortieren können.“

Der „Seehamster“ ist bereits seit 2012 im Einsatz, die „Seekuh“ seit 2016. Die beiden Schiffe waren bereits in Hongkong und Kambodscha im Einsatz.

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„Die Idee ist, dass später ein Seeelefant mit 50 Seekühen über die Meere fährt, solargetrieben vom Wind, die Seekühe sammeln es eigenständig ein und bringen es auf den Seeelefanten, ein Seefahrer sammelt es ein und macht daraus schwefelfreies Heizöl zum Tanken“, so Bonin. Die Energie soll für das Schiff selbst verwendet werden. Das Energieschiff soll aber auch an Land fahren können, um die Energie wieder abzugeben.

Bonin selbst rät zu Optimismus: „Wir dürfen nicht in Panik verfallen, wir müssen es positiv sehen. Es ist ein Problem, auch ein technisches Problem, was wir lösen können – mit viel Geld“, sagt er – und fügt mahnend an: „Wenn wir gleichgültig bleiben, wird die Sache in die Hose gehen“.

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