Markus Lanz: Das Leben nach dem Sport

Hat das Glück gefunden: Marcell Jansen

Gibt es ein Leben nach dem Sport? Bei Markus Lanz wurde es beinahe spirituell.

Es war Champions League-Abend im ZDF und auch Markus Lanz wollte sich mit Sport beschäftigen. In der Riesenrunde von sechs Leuten waren unter anderem zu Gast: Box-Manager Bernd Bönte, Ex-Boxer Axel Schulz, Ex-Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko und Ex-Fußballprofi Marcell Jansen. Denn: Wer könnte besser über den Sport urteilen als die, die ihn nicht mehr machen.

So manch einer orakelte bei Lanz schon vom Leben nach dem Tod. Diese Riege philosophierte eher vom Leben nach dem Sport. Ganz vorne mit dabei: Marcell „Yogi-Tee“ Jansen.

Wer so früh aufhört, „der hat den Fußball nie geliebt“

Jansen hat das Glück verstanden. Als er mit 29 Jahren den Profifußball an den Nagel hängte, war Rudi Völler den Tränen nah. Tränen der Verzweiflung. „Wenn einer so früh aufhört, ohne verletzt zu sein, dann ist das ein Schlag ins Gesicht für jeden Sportinvaliden oder Jugendlichen, der irgendwann mal Fußballprofi werden will. Dafür habe ich kein Verständnis. Wer so etwas macht, hat den Fußball nie geliebt”, sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen damals zur überraschenden Entscheidung des Ex-Nationalspielers.

„Ich vermisse das Lachen im Gesicht meiner Kollegen“

Jansen konterte: „Der Fußball, den ich so sehr liebe, der wird überall gespielt!“ Ganz recht. Der wird überall gespielt. Auf Straßen, in Parkanlagen und Hinterhöfen. Bei Lanz erklärt Jansen, er wollte seinen Beruf wieder zum Hobby machen, denn er vermisse „das Lachen im Gesicht der Kollegen.“ Profifußball à la Jansen klingt ein bisschen wie Bund: „Du bist jung, du kriegst alles vorgesetzt, die Abläufe sind definiert.“ Clever ist er ja, der Jansen. Manche habens vermutlich nie gemerkt. Aber: „Das hat gar nicht so viel mit meiner Intelligenz zu tun. Ich hab einfach nur mit offenen Augen durchs Leben gegangen.“

Geh deinen eigenen authentischen Weg!

Irgendwann wirst du halt „vom System ausgespuckt.“ Und wohin tragen dich die Fußballerwaden dann noch? Jansen, bodenständiger Sprössling eines Vaters, der morgens um vier zur Warenannahme bei Tengelmann aufbrach, wollte sich schützen. Wollte „seinen eigenen authentischen Weg gehen.“ Ausbrechen! Mutig sein! Was ganz Neues machen! Etwas, wo er „authentisch dahinter steht“. Denn: „Das Lächeln im Gesicht, da ist man selber für verantwortlich.“

Marcell Jansen verkauft heute Kompressionsstrümpfe. Und sieht ziemlich glücklich aus. (ah)

Fotos: Screenshot/ZDF

Strümpfe wird er wohl nicht verkaufen – was wird Philipp Lahm nach seinem überraschenden Karriereende machen? Mehr dazu im Video: 

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