Julia Klöckner bei Lanz: "Wer das nicht ertragen kann, soll eine Augenbinde tragen"

Kanzlerambitionen und Integration waren zwei der Themen, die Markus Lanz mit Julia Klöckner besprach. (Bild: ZDF/Screenshot)

Wird sie die nächste Kanzlerin oder nicht? Minutenlang wollte Markus Lanz in seiner Sendung Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Aussage dazu entlocken. Doch die überraschte am Ende mit einem ganz anderen Statement – zur Integration.

Die Reihe der Politiker, die als Nachfolger von Angela Merkel genannt werden, ist überschaubar: Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sollen aussichtsreiche Chancen auf das Kanzleramt haben. Und noch ein Name fällt in den letzten Jahren immer öfter: Julia Klöckner.

Begonnen hat das Gespräch zwischen Lanz und Klöckner recht spaßig. Der Moderator bohrte nach, unterbrach seinen Gast des Öfteren. Doch Klöckner nahm’s gelassen. Zu ihrem Sitznachbarn Michael Mittermeier sagte sie schmunzelnd: „Ich will ja, dass er seinen Job behalten kann.“
Darauf Lanz suggestiv: „2021, Frau Klöckner, wenn Sie Kanzlerin sind, muss ich mich warm anziehen, ja?“ Klöckner frech: „Ich weiß nicht, ob Sie dann noch da sind.“

Kanzerlin in spe: Julia Klöckner wird für höchste Ämter gehandelt. (Bild: ZDF/Screenshot)

Doch auch ernste Themen wurden besprochen: Lanz sprach Klöckner auf deren Vorstoß zu einem Vollverschleierungs-Verbot an. Die 45-Jährige hatte damit im Sommer 2016 eine Debatte losgetreten. Bei Lanz erzählte Klöckner, dass sie sogar in ihrer pfälzischen Heimat, in Bad Kreuznach und Ludwigshafen, einige vollverschleierte Frauen sehe.

Klöckner stellte klar, worum es ihr geht: Gleichberechtigung gelte für jede Frau, „auch für die, die zu uns kommt“. Einigen Männern müsse man dann sagen: „Wenn ihr nicht ertragen könnt, dass Frauen so rumlaufen wie wir auf der Straße, dann müssen sich nicht Frauen verschleiern, dann sollen sich diese Männer eine Augenbinde nehmen.“

Neben Klöckner war auch Comedian Michael Mittermeier (r.) zu Gast. (Bild: ZDF/Screenshot)

Das Zusammenleben von Frauen und Männern war auch noch später Gegenstand der Sendung: Lanz wollte von Klöckner wissen, wer der schlimmste Silberrücken in der Politik sei. Klöckner: „Die Jungen sind auch nicht ohne, es ist jetzt nicht so, dass es nur an den grauen Haaren liegt.“ Je mehr Frauen in der Politik dabei sind, desto weniger Machosprüche müsse man sich anhören.

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