Markus Lanz: Künftig besser ohne Studio-Publikum

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Der Mann für die intensiven Momente: "Bei Markus Söder vibriert die Luft genauso, ich mag das", sagt ZDF-Nachttalker Markus Lanz. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)
Der Mann für die intensiven Momente: "Bei Markus Söder vibriert die Luft genauso, ich mag das", sagt ZDF-Nachttalker Markus Lanz. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Er hatte sie in den zurückliegenden Pandemie-Monaten alle - und keinen ließ er ohne essenzielle Aussage davonkommen: Bei Markus Lanz tummeln sich sämtliche Spitzenpolitiker und Experten, er ist spätestens jetzt zur wichtigen Referenz gereift. Nun stand der Talk-Gastgeber in einem Interview selbst Rede und Antwort.

Auch das ist eine Erkenntnis der unseligen Pandemie-Zeit: Wer die wirklich relevanten Gespräche im deutschen Fernsehen verfolgen will, muss lange aufbleiben: Der ZDF-Talk von Markus Lanz läuft von Dienstag bis Donnerstag spät in der Nacht - und er startet immer wieder zu anderen Uhrzeiten. Sehr zum Missfallen des Gastgebers, wie er jetzt im Interview mit dem Branchenmagazin "journalist" deutlich machte. "Wir werden da manchmal unglaublich herumgeschoben", kritisierte der 52-Jährige. Leidtragende seien schließlich nicht zuletzt die Zuschauer: "Wer eine Sendung kaputt programmieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit", so Lanz.

"Bei Markus Söder vibriert die Luft genauso, ich mag das", sagt der ZDF-Mann. Der in jüngster Zeit für seinen taffen Fragestil gegenüber Spitzenpolitikern aller Couleur viel gelobte Moderator spricht im "journalist"-Interview ausführlich über seinen eigenen Anspruch: "Wenn es zumindest gelegentlich mal einen Augenblick der Wahrhaftigkeit gibt, freue ich mich." Und er übt Selbstkritik: "Als Gastgeber so herumzuzappeln, wie ich das manchmal mache, und dabei immer näher an den Gast heranzurücken, wirkt über den Bildschirm viel zu raumgreifend und verstößt eigentlich gegen jede Fernsehregel."

Ohne Publikum noch intensiver

Ein weiteres Thema im Interview, das in der gerade erschienenen Juni-Ausgabe des Magazins zu lesen ist, ist die Rolle der Zuschauer im Studio. Die langen Pandemie-Monate hätten gezeigt, dass die Sendung ohne Publikum vor Ort noch intensiver ist. Markus Lanz befindet, dass sich heute kaum noch ein Gast "den populistischen Ausfallschritt für den schnellen Applaus" traue. Ginge es nach ihm, sollte "Markus Lanz" künftig komplett ohne Publikum produziert werden: Auch "die Stille im Studio" habe der Sendung geholfen, "eine Instanz zu werden".

Im "journalist"-Interview verriet der frühere Radiomacher Lanz auch, dass er sich mit dem Thema Podcast auseinandersetze: "Wir entwickeln zurzeit eine charmante Idee mit Richard David Precht."

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