Markus Lanz: Treffen sich drei Typen und finden sich geil

Treffen sich drei Typen und finden sich geil. So in etwa lässt sich die gestrige Lanz Sendung zusammenfassen.

Zu Gast bei Markus Lanz: Rechtsmedizinerin Dr. Saskia Etzold und Wirtschaftspsychologe Leon Windscheid. Die waren aber nur zu Deko da. Eigentlich ging es um Til Schweiger und Heino Ferch, die von Beruf geil sind.

Til Schweiger und Heino Ferch: Du bist toll! – Nein, du bist toll!

Wer kann es Lanz verübeln. Die Rechtsmedizinerin Dr. Saskia Etzold eröffnete die Gesprächsrunde mit hart verdaulichen Fakten zu misshandelten Kindern. Was für ein hässliches Thema. Wenden wir uns lieber gleich „den schönen Dingen des Lebens“ zu, wie Lanz zu sagen pflegt, wenn er in seiner Sendung die ernsthaften Thematiken hinter sich lässt.

Sitzen da also Til Schweiger, Heino Ferch und Markus Lanz. Sie wären schon gern eine Gang. Hätten sie längere Haare (beziehungsweise hätten sie überhaupt Haare) und wären dies die achtziger, vielleicht hätten sie’s als Boyband gepackt. Das wir 2017 schreiben, hält sie rein gar nicht davon ab, sich extrem geil zu finden.

Til über Heiner: „Das ist ein hundertprozentiger Vollprofi.“

Heiner über Til: „Leidenschaftlich, engagiert, 200 Prozent.“

Markus über Til: „Ich hab bei Til ja immer das Gefühl, das ist einer, der das Märchen im Kopf so auslebt.“

Markus Lanz: Mag Märchen im Kopf

Gleichzeitig ist diese Sendung also auch Plädoyer für mehr Märchen im Kopf. Kann man nix gegen sagen. Es geht um Väter und Söhne, um Väter und Töchter, um Väter die stolz auf ihre Söhne sind, trotz „Tingeltangel“ (=Schauspielerei) und um böse Boulevardjournalisten, die böse Dinge über Töchter von Vätern publizieren. Ein Plot, den das Leben schreibt.

Glücklicherweise ist Til gegen diese Gemeinheiten gewappnet: Manchmal ärgert der sich unfassbar über „diese Deppen“ und dann ist es ihm wieder egal. Warum? „Andere Leute fressen das in sich rein und kriegen davon Krebs.“ Das weiß Til, der hat schließlich mal Medizin studiert.

Dann wieder Til über Heiner und seine Rolle als Hermaphrodit: „Du hattest geile Titten, ich erinner mich.“

Und Markus über Til in Der bewegte Mann: „Das ist meine Lieblingsszene im Kino, wo du nackt auf diesem Tisch hockst.“

Markus über Til in Keinohrhasen: „Für mich immer noch die schönste Kinoszene aller Zeiten, wo…“ Ach nee. Das war ja schon Til nackt auf dem Tisch. Bei soviel Qualitätskino kann man aber auch mal durcheinanderkommen.

Schließlich reflektiert Lanz noch die Rolle des Kinos innerhalb der Gesellschaft: „Da geht man rein, erlebt ein, zwei schöne Stunden, und das ist doch genau das, was Kino machen soll. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Sich mal wegträumen – und alles ist schön.“

An Tagen wie diesen beschleicht uns die leise Ahnung, dass das auch die Philosophie hinter Markus Lanz Talkrunde ist. (ah)

Fotos: Screenshots/ZDF

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