Martin Walser lobt Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Merkel

Martin Walser

Der Schriftsteller Martin Walser hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Flüchtlingspolitik gelobt. Die Menschen würden gerade Zeugen einer Völkerwanderung, sagte Walser laut einer Vorabmeldung der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Freitag. "Dass das überall, wo sie hinkommt, eine Unruhe, eine Krise auslöst, ist doch selbstverständlich, deswegen fand ich ja die Bundeskanzlerin so toll, als sie gesagt hat, wir schaffen das."

Mit dieser Äußerung habe Merkel dem historischen Moment entsprochen. Die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einer Obergrenze markiere dagegen den Punkt, an dem Politik lächerlich zu werden beginne. "Das ist dem Anlass gegenüber unwürdig," sagte Walser, der am Freitag 90 Jahre alt wird, den Zeitungen.

Eine Bedrohung durch den Rechtspopulismus sehe er trotz des Erstarkens der Kräfte in Deutschland nicht. "Ich glaube, dass die AfD keine Gefahr ist, sie hat keine politische Substanz," sagte Walser. "Diese Partei ist ein reines Ressentimentprodukt und wird verschwinden wie die Republikaner, an die man sich kaum noch erinnert."

Es sei klar, dass sich Zukurzgekommene in einem solchen Krisenaugenblick etwas ausrechnen würden, womit sie ein Geschäft machen könnten. "Es gibt in jeder Gesellschaft Zukurzgekommene aller Art, und die sind hochachtenswert, aber was politische Funktionäre daraus machen, ist schmählich", sagte Walser.

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