Max-Schmeling-Halle: Kool Savas und Sido machen in Berlin auf dicke Hose

Savas und Sido spielen am 15. August in der Zitadelle Spandau

Zwei Hip-Hop-Karrieren ziehen auf einer übergroßen Leinwand vorbei. "Zwei der Besten, die es je taten. Zwei der Besten, die je gelebt haben" – Kool Savas und Sido machen gleich zu Beginn ihres ausverkauften Konzerts in der Max-Schmeling-Halle auf dicke Hose. Kurz darauf erklärt Sido: "Hier, in Berlin zu spielen, das ist für mich das höchste der Gefühle" – dieser Hang zur Nostalgie im Kontrast zum Proll, auf der einen Seite glückliche Familienväter, auf der anderen Seite Hip-Hop-"Legenden", wie sie sich selbst nennen, das zieht sich durchs Konzert.

Um ihren Worten mehr Ausdruck zu verleihen, spucken Feuerfontänen meterhohe Flammen in die Luft, die sekundenschnell die Luft erhitzen, dahinter thront eine dreistöckige Podest-Burg mit breitem DJ-Pult als Zinne.

Wenn Sido aka. Paul Hartmut Würdig (37) in seiner weißen Ganzkörperkluft dasteht, sein goldenes Mikro lässig im "Rhyme" wippt und er sich regelmäßig die rutschende Hose hochzieht, erinnert wenig an den progressiven Skandalrapper und seine subversive Aggro-Berlin-Zeit. Die charakteristische Totenkopfmaske ist weißer Kappe und Sonnenbrille gewichen, sein Bart ist grau-meliert, unter dem Pulli ist ein Bauchansatz erkennbar. Kool Savas (42), der bürgerlich Savaş Yurderi

Heißt und von Sido liebevoll "Dickerchen" genannt wird hingegen steht im schwarzen Tour-Hoodie auf der Bühne und verkündet: "Wir haben ausgemacht, jedes Mal, wenn ich was verzocke, müssen wir was trinken. Prost", stoßen sie an und teilen ihre Flasche mit Zuschauer ...

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